Forschungsschwerpunkt: Diskriminierung

Kurzbeschreibung

Um antidemokratische und menschenfeindliche Handlungen und Prozesse in Thüringen sichtbar zu machen, zu untersuchen und Gegenstrategien bzw. Handlungsorientierungen zu entwickeln, werden im Forschungsschwerpunkt „Diskriminierung“ verschiedene empirische partizipative Forschungsprojekte konzipiert und durchgeführt. Diskriminierung wird hierbei auf struktureller, institutioneller und individueller Ebene untersucht. Sie wird dabei folgendermaßen definiert:

Diskriminierung ist die illegitime Ungleichbehandlung von Menschen oder Gruppen aufgrund der Zuschreibung eines spezifischen Merkmals bzw. einer Kategorienzugehörigkeit. Die betreffenden Merkmale sind gesetzlich im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz § 1 der Bundesrepublik Deutschland festgelegt.

Die Grundlage zur Auswahl der Diskriminierungskontexte stellen die Formen dar, welche im politischen und öffentlichen Diskurs unter dem Schirmbegriff der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ (GMF) zusammengefasst werden (z.B. Rassismus, Diskriminierung von Asylsuchenden, Sexismus, Homophobie, Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, Antisemitismus, Antiziganismus). Zusätzlich können auch andere Diskriminierungsformen mit in den Blick genommen werden, welche bisher noch nicht im Rahmen der GMF untersucht wurden (z.B. Diskriminierung von transgeschlechtlichen Personen) bzw. auch Kontexte, in denen sich unterschiedliche Diskriminierungsformen überschneiden (Intersektionalität).

Ziel der Forschungsprojekte in diesem Arbeitsschwerpunkt ist es, zivilgesellschaftliche Akteure in ihrer Arbeit zu unterstützen und zu stärken, sowie den politischen und medialen Diskurs mit konkreten Befunden und empirischen Ergebnissen mitzugestalten.

Ansprechpartnerin

Dr. Janine Dieckmann

Wissenschaftliche Referentin

Arbeitsschwerpunkte:
Diskriminierung
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Kontakt:
Tel.: 03641/2719401
E-Mail: janine.dieckmann@idz-jena.de

Schriftenreihe

Über den NSU wurde bereits viel geschrieben und publiziert. Doch häufig fehlt der Blick der Betroffenen, die Perspektive derjenigen, die zu Opfern der rassistischen Mordserie gemacht worden sind. Migrantische Perspektiven auf den NSU standen im Diskurs um den NSU-Komplex eher im Hintergrund.

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In diesem Beitrag wird der konzeptionelle Ansatz der Forschungsarbeit des IDZ vorgestellt. Die Zusammenhänge der Forschungsbereiche Protestereignisanalyse, Diskriminierung und Hassaktivitäten werden in einem neuen Modell zur Erklärung von vorurteilsgeleiteter Radikalisierung eingeführt. Des Weiteren erfolgt die Vorstellung zentraler Arbeitsbegriffe für die weitere Forschungsarbeit.

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Diskriminierung ist ein komplexes gesellschaftliches Phänomen. Auf Grundlage sozialwissenschaftlicher Ansätze werden in diesem Beitrag eine Definition von Diskriminierung für die Demokratieforschung des IDZ hergeleitet und Faktoren zusammengetragen, welche zu Diskriminierung führen können. Ihr Zusammenspiel wird modellhaft als Zahnradgetriebe veranschaulicht. Durch die Erforschung der Faktoren können Stellen identifiziert werden, an denen Sand im Getriebe den Mechanismen der Diskriminierung entgegenwirkt. Abschließend wird beschrieben, wie Diskriminierung erforscht und sichtbar gemacht werden...

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Dieser Beitrag diskutiert, inwieweit Menschen durch gesellschaftlichen Druck gezwungen werden, einen wichtigen Teil ihrer Identität zu verstecken und ein Leben unter dem Deckmantel der Heterosexualität zu führen. Es werden in diesem Zusammenhang die Begriffe Heterosexismus (anstelle von ‚Homophobie‘) und Heteronormativität erklärt. Der Beitrag unterstreicht die Wichtigkeit, diese unsichtbare Seite der Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Bisexuellen sichtbar zu machen durch die Dokumentation von Lebens- und Familiengeschichten und durch ihre Erforschung.

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