Dossiers und Analysen

Dossiers und Analysen

Zeitgenössische Entwicklungen, die eine besondere oder neue Herausforderung für die demokratische Kultur in Thüringen darstellen, werden auf Empfehlung des Kuratoriums vertiefend mithilfe unterschiedlicher Methoden (qualitativ, quantitativ, inhaltsanalytisch) untersucht und in Form von publizierten Fallstudien, Dossiers oder Reports öffentlich gemacht. Die Einwerbung von Drittmitteln wird angestrebt.

Ansprechpartner

Dr. Matthias Quent

Direktor

Arbeitsschwerpunkte:
Protestforschung & Soziale Bewegungen
Rechtsextremismus

Kontakt:
Tel.: 03641/2719403
E-Mail: matthias.quent@idz-jena.de

Schriftenreihe

Es hört nicht auf. Es wird geschlagen und getreten, gehetzt, geschossen und gesprengt, mit Steinen und Brandsätzen geworfen. Tausende Menschen, die in Thüringen oder anderswo in Deutschland Schutz suchen, werden zu Betroffenen und Opfern rechter Gewalt. 2016 gab es über 2.500 solcher Attacken auf Menschen, die als Nicht-Deutsche wahrgenommen wurden, und auf Sammelunterkünfte von Asylsuchenden, 217 Angriffe auch auf Hilfsorganisationen und Unterstützer_innen von Geflüchteten.

 

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Das Entsetzen war groß, als im November 2011 bekannt wurde, dass zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen durch den ‚Nationalsozialistischen Untergrund‘ (NSU) ermordet wurden. Bis heute ist der NSU-Komplex nicht abschließend aufgeklärt. Längst sind nicht alle Konsequenzen und Empfehlungen umgesetzt, welche zivilgesellschaftliche Akteure, Untersuchungsausschüsse und Wissenschaftler_innen vorgeschlagen haben.

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Journalistin Lena Kampf im Gespräch mit dem Konfliktforscher Prof. Dr. Andreas Zick über Populismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Hass und das neue Thüringer Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft.

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Die Aufnahme und Integration von Asylsuchenden ist Gegenstand einer kontroversen Debatte, in der über das angemessene politische Handeln und über die gesellschaftlichen Folgen der Migration diskutiert wird. Dabei rücken auch die Werte und die Ziele unserer demokratischen Gesellschaft in den Mittelpunkt. Der Thüringen-Monitor erfasst dazu das Meinungsbild der Thüringer Bevölkerung und widmet sich Tendenzen der Demokratiegefährdung, wie sie in rechtsextremen Einstellungen und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zum Ausdruck kommen.

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Der Beitrag liefert einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Veränderungen in der extremen Rechten in Thüringen.

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In dem Beitrag werden eine historische Einordnung und eine Erklärung aktueller Migrationsbewegungen sowie rechter Gegenmobilisierungen gegeben. Außerdem stellt der Autor dar, welche Schlussfolgerungen aus der Geschichte zu ziehen sind für aktuelle Strategien im Umgang mit Populismus, Extremismus und Demagogen.

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Der Beitrag geht der Frage nach, wie die Grenzen zwischen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus verlaufen. Es wird herausgestellt, warum die Normalisierung von völkischen Konzepten die demokratische Kultur grundsätzlich gefährdet.

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Der Historiker Prof. Dr. Norbert Frei (FSU Jena), die Thüringer Bildungsstaatssekretärin Gabi Ohler, Katja Fiebiger (Mobit) und Dr. Matthias Quent (IDZ) diskutierten am 8. November 2016 im Jenaer Theaterhaus anlässlich einer Thügida-Demonstration am 9. November in Jena über die historische und zeitgenössische Bedeutung des 9. Novembers und den richtigen Umgang mit extrem rechten Provokationen. Im Folgenden wird der Diskussionsverlauf dokumentiert.

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Der Text gibt einen einleitenden Überblick über das reichsideologische Milieu und seine Grenzbereiche. Es werden ideologische Grundannahmen dieser Bewegung dargestellt und es wird eine Typologie der vielfältigen reichsideologischen Gruppierungen präsentiert. Schwerpunktmäßig werden dann unterstützende Fakten vorgestellt gegen die üblichen Argumentationen von „Reichsbürgern“ sowie einige zivilgesellschaftliche Handlungsoptionen, die in der Auseinandersetzung mit der Anhängerschaft dieser Ideologie von Nutzen sein können.

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Im Beitrag wird der Jenaer Ansatz zur Erforschung von „Rechtsextremismus in lokalen Kontexten“ eingeführt. Es werden Befunde einer Lokalanalyse aus dem Saale-Holzland-Kreis zu Herausforderungen für die demokratische Kultur und die lokale Zivilgesellschaft wiedergegeben und Handlungsempfehlungen formuliert.

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Demokratie muss gelernt werden, wenn sie gelingen soll. Die jüngeren Erfahrungen zur Demokratie in der Schule setzen auf Lernen durch Erfahrung, Engagement und Mitgestaltung. Anhand von drei Projektbeispielen aus Schulen in Thüringen zeigt das „Förderprogramm Demokratisch Handeln“ mögliche Gestaltungswege für eine demokratische Schul- und Lernkultur.

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Der vorliegende Text nutzt Befunde, die die Autoren im Rahmen einer Studie zu Einstellungen gegenüber Muslimen und dem Islam erhoben haben (Frindte/Dietrich 2017), um über die Möglichkeit einer kosmopolitischen Utopie zu spekulieren und nach den Akteuren der Zukunft und den künftigen Gestaltern eines friedlichen und menschenfreundlichen europäischen Kontinents zu fahnden. Im Ergebnis ihrer Suche kommen die Autoren zu dem Schluss: Es gibt noch immer gebildete und politisch informierte Menschen, die eine positive Sicht auf ethnische Minderheiten, Flüchtlinge im Allgemeinen und Muslime im...

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Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt haben sich ein unabhängiges Monitoring dieser besonderen Formen der Gewalt zur Aufgabe gemacht. Dabei wollen sie in besonderem Maße die Perspektive der Betroffenen berücksichtigen. Der folgende Beitrag zeigt, auf welchen Grundlagen dies insbesondere in Thüringen geschieht, und stellt die aktuellen Entwicklungen dar.

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Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – Demokratie muss immer wieder verteidigt, erkämpft und mit Leben gefüllt werden. Das zeigt uns ein Blick in die Geschichte, das zeigen uns aber leider auch aktuelle Entwicklungen. Wie können wir demokratisches Bewusstsein festigen? Wie können wir die Bereitschaft zur politischen Mitbestimmung stärken? Wie begegnen wir Vorstellungen, die Menschen abwerten, ausgrenzen und verletzen?

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Dialog und Transfer zwischen Praxis, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in der Schriftenreihe leben von Ihrer Beteiligung!

Weitere Publikationen

Wie lassen sich „harmlose“ private Sicherheitsinitiativen von demokratiegefährdenden unterscheiden? Die vorliegende Analyse ordnet das Phänomen der Bürgerwehren historisch, gesellschaftlich und international ein und bietet Handlungsempfehlungen für Institutionen und Zivilgesellschaft in der aktuellen Auseinandersetzung vor Ort.

Mit dieser Schriftenreihe entsteht ein Instrument für den kontinuierlichen Transfer von Beobachtungen, Erfahrungen, Analysen und Befunden zwischen Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik. Menschenfeindliche und demokratiegefährdende Phänomene werden von unterschiedlichen Standpunkten beleuchtet. Die Beiträge der Schriftenreihe können kostenfrei online eingesehen werden. Interessierte können die Schriftenreihe zudem bei uns bestellen.

Publikation vom

Warum das NPD-Verbot auch scheitern darf

Ein Verbot der rechtsextremen NPD ist nicht frei von Risiken: Teile ihrer heutigen Anhänger_innen könnten sich weiter radikalisieren, Ersatzorganisationen scheinen bereits gefunden zu sein. Matthias Quent führt aus, warum das NPD-Verbot auch scheitern darf.

Für die Grundbedingungen des Zusammenlebens in der modernen globalisierten Demokratie treten unter anderem das Thüringer Landesprogramm „Denk bunt“ und der „Lokale Aktionsplan“ im Saale-Holzland-Kreis (SHK) ein. In der Analyse werden diese Ressourcen als vor Ort aktive Entitäten des „hellen Deutschlands“ betrachtet. Anschließend wird kontrastiert, inwieweit diese Strukturen und Maßnahmen problemadäquat sind und durch welche Schritte die Qualität und Wirksamkeit demokratiefördernder Maßnahmen im SHK weiter gesteigert werden kann.

Die vorliegende Untersuchung für den SHK verbindet...

Wenige Tage nach dem öffentlichen Bekanntwerden der Morde an neun Menschen aus Familien mit Migrationsgeschichte, dem Mord an einer Polizistin, von drei Bombenanschlägen mit Schwerverletzten und fünfzehn Raubüberfällen, die von einer rechtsextremen Terrorbande verübt wurden, forderte der Deutsche Bundestag die Regierung auf, „zu prüfen, ob sich aus den Ermittlungsergebnissen Konsequenzen für ein NPD-Verbot ergeben“ (Meier 2015, S. 15). Die Ermittlungen sind bis heute nicht abgeschlossen, insbesondere im Blick auf das Netzwerk der Terrorgruppe des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU)....

Expertise zur Überarbeitung des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit (TLfDTW)

im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport

von: Matthias Quent, Franziska Schmidtke, Axel Salheiser

Kompetenzzentrum Rechtsextremismus der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Januar 2016