Dossiers und Analysen

Dossiers und Analysen

Zeitgenössische Entwicklungen, die eine besondere oder neue Herausforderung für die demokratische Kultur in Thüringen darstellen, werden auf Empfehlung des Kuratoriums vertiefend mithilfe unterschiedlicher Methoden (qualitativ, quantitativ, inhaltsanalytisch) untersucht und in Form von publizierten Fallstudien, Dossiers oder Reports öffentlich gemacht. Die Einwerbung von Drittmitteln wird angestrebt.

Ansprechpartner

Dr. Matthias Quent

Direktor

Arbeitsschwerpunkte:
Protestforschung & Soziale Bewegungen
Rechtsextremismus

Kontakt:
Tel.: 03641 / 27 19 403
E-Mail: matthias.quent@idz-jena.de

Schriftenreihe

Liebe Leserinnen und Leser,

„Sport ist so langweilig alleine…!!“ Das habe ich auf einer Schultafel gelesen. Anlässlich einer Dialogveranstaltung zur Vorbereitung des Thüringer Integrationskonzepts. Dort habe ich mit vielen Menschen gesprochen, die mir ihre Ausgrenzungserfahrungen geschildert haben aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Abstammung, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer sozialen Stellung, ihrer Sprache, ihrer politischen, weltanschaulichen oder religiösen Überzeugungen, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung. Unsere Landesverfassung verbietet solche Diskriminierung zwar....

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Mit dem Schwerpunkt Gesellschaftlicher Zusammenhalt widmet sich die Schriftenreihe Wissen schafft Demokratie einem wichtigen und gleichzeitig schwer zu definierendem Thema. Begriffs- und Forschungsarbeiten zu gesellschaftlichem Zusammenhalt (oder sozialer Kohäsion) umfassen ein breites Spektrum an Ansätzen, Denkrichtungen und Schwerpunkten. Zum einen wird gesell- schaftlicher Zusammenhalt international als ein mit wissenschaftlichen Methoden bestimm- und messbarer Gegenstand untersucht. Zum anderen wird er gesellschaftspolitisch als Anspruch und Gradmesser des demokratischen Zusammenlebens für...

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Vorurteile und Diskriminierung werden in Deutschland zunehmend salonfähig und damit scheinbar immer ‚normaler‘. In diesem Beitrag sollen – bezugnehmend auf die aktuelle Situation in Deutschland – aus sozialpsychologischer Sicht einige Faktoren beleuchtet werden, die zu gesellschaftlichen Normverschiebungen führen können. Die Funktion sozialer Normen und ihre enge Verzahnung mit Vorurteilen werden theoretisch und empirisch erörtert. Zudem werden Handlungsempfehlungen gegeben, wie diesen Normverschiebungen entgegengewirkt werden kann.

 

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Ausgehend von den Ideen des französischen Soziologen Paugam zur Sozialen Disqualifizierung wird in dem Beitrag dargelegt, wie Langzeitarbeitslose die Abwertung ihres Status wahrnehmen. Grundlage der Analyse sind 26 leitfadengestützte Interviews mit Langzeitarbeitslosen, die zwischen 2013 und 2016 geführt wurden. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Wahrnehmung von und der Umgang mit negativen Zuschreibungen in Bezug auf den Status der eigenen Arbeitslosigkeit. Die Ergebnisse lassen für diese Gruppe erhebliche Zweifel an einem solidarischen, gesellschaftlichen Zusammenhalt entstehen....

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Die NPD hat der AfD den Weg geebnet: Sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland, besonders in wirtschaftlich abdriftenden, aber auch in prosperierenden Regionen profitiert die AfD von einer lokalen politischen Kultur, in der sich Demokratieverdrossenheit und Rechtsextremismus normalisieren konnten. Dies zeigt eine statistische Mehrebenenanalyse des Bundestagswahlergebnisses unter Einbeziehung von lokalen Kontextdaten auf Wahlkreisebene.

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Die „Neue Rechte“ befindet sich im Kampf um die „kulturelle Hegemonie“ gegen die parlamentarische Demokratie. Ein Kernziel ist dabei die Delegitimierung etablierter politischer Akteure wie Gewerkschaften, Parteien oder zivilgesellschaftlicher Gruppierungen. Der Beitrag beleuchtet am Beispiel der Initiative „Ein Prozent“ diesen „Kulturkampf von rechts“.

 

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Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – Demokratie muss immer wieder verteidigt, erkämpft und mit Leben gefüllt werden. Das zeigt uns ein Blick in die Geschichte, das zeigen uns aber leider auch aktuelle Entwicklungen. Wie können wir demokratisches Bewusstsein festigen? Wie können wir die Bereitschaft zur politischen Mitbestimmung stärken? Wie begegnen wir Vorstellungen, die Menschen abwerten, ausgrenzen und verletzen?

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Es hört nicht auf. Es wird geschlagen und getreten, gehetzt, geschossen und gesprengt, mit Steinen und Brandsätzen geworfen. Tausende Menschen, die in Thüringen oder anderswo in Deutschland Schutz suchen, werden zu Betroffenen und Opfern rechter Gewalt. 2016 gab es über 2.500 solcher Attacken auf Menschen, die als Nicht-Deutsche wahrgenommen wurden, und auf Sammelunterkünfte von Asylsuchenden, 217 Angriffe auch auf Hilfsorganisationen und Unterstützer_innen von Geflüchteten.

 

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Das Entsetzen war groß, als im November 2011 bekannt wurde, dass zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen durch den ‚Nationalsozialistischen Untergrund‘ (NSU) ermordet wurden. Bis heute ist der NSU-Komplex nicht abschließend aufgeklärt. Längst sind nicht alle Konsequenzen und Empfehlungen umgesetzt, welche zivilgesellschaftliche Akteure, Untersuchungsausschüsse und Wissenschaftler_innen vorgeschlagen haben.

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Journalistin Lena Kampf im Gespräch mit dem Konfliktforscher Prof. Dr. Andreas Zick über Populismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Hass und das neue Thüringer Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft.

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Die Aufnahme und Integration von Asylsuchenden ist Gegenstand einer kontroversen Debatte, in der über das angemessene politische Handeln und über die gesellschaftlichen Folgen der Migration diskutiert wird. Dabei rücken auch die Werte und die Ziele unserer demokratischen Gesellschaft in den Mittelpunkt. Der Thüringen-Monitor erfasst dazu das Meinungsbild der Thüringer Bevölkerung und widmet sich Tendenzen der Demokratiegefährdung, wie sie in rechtsextremen Einstellungen und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zum Ausdruck kommen.

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Der Beitrag liefert einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Veränderungen in der extremen Rechten in Thüringen.

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Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt haben sich ein unabhängiges Monitoring dieser besonderen Formen der Gewalt zur Aufgabe gemacht. Dabei wollen sie in besonderem Maße die Perspektive der Betroffenen berücksichtigen. Der folgende Beitrag zeigt, auf welchen Grundlagen dies insbesondere in Thüringen geschieht, und stellt die aktuellen Entwicklungen dar.

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In dem Beitrag werden eine historische Einordnung und eine Erklärung aktueller Migrationsbewegungen sowie rechter Gegenmobilisierungen gegeben. Außerdem stellt der Autor dar, welche Schlussfolgerungen aus der Geschichte zu ziehen sind für aktuelle Strategien im Umgang mit Populismus, Extremismus und Demagogen.

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Der Beitrag geht der Frage nach, wie die Grenzen zwischen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus verlaufen. Es wird herausgestellt, warum die Normalisierung von völkischen Konzepten die demokratische Kultur grundsätzlich gefährdet.

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Der Historiker Prof. Dr. Norbert Frei (FSU Jena), die Thüringer Bildungsstaatssekretärin Gabi Ohler, Katja Fiebiger (Mobit) und Dr. Matthias Quent (IDZ) diskutierten am 8. November 2016 im Jenaer Theaterhaus anlässlich einer Thügida-Demonstration am 9. November in Jena über die historische und zeitgenössische Bedeutung des 9. Novembers und den richtigen Umgang mit extrem rechten Provokationen. Im Folgenden wird der Diskussionsverlauf dokumentiert.

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Der Text gibt einen einleitenden Überblick über das reichsideologische Milieu und seine Grenzbereiche. Es werden ideologische Grundannahmen dieser Bewegung dargestellt und es wird eine Typologie der vielfältigen reichsideologischen Gruppierungen präsentiert. Schwerpunktmäßig werden dann unterstützende Fakten vorgestellt gegen die üblichen Argumentationen von „Reichsbürgern“ sowie einige zivilgesellschaftliche Handlungsoptionen, die in der Auseinandersetzung mit der Anhängerschaft dieser Ideologie von Nutzen sein können.

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Im Beitrag wird der Jenaer Ansatz zur Erforschung von „Rechtsextremismus in lokalen Kontexten“ eingeführt. Es werden Befunde einer Lokalanalyse aus dem Saale-Holzland-Kreis zu Herausforderungen für die demokratische Kultur und die lokale Zivilgesellschaft wiedergegeben und Handlungsempfehlungen formuliert.

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Demokratie muss gelernt werden, wenn sie gelingen soll. Die jüngeren Erfahrungen zur Demokratie in der Schule setzen auf Lernen durch Erfahrung, Engagement und Mitgestaltung. Anhand von drei Projektbeispielen aus Schulen in Thüringen zeigt das „Förderprogramm Demokratisch Handeln“ mögliche Gestaltungswege für eine demokratische Schul- und Lernkultur.

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Der vorliegende Text nutzt Befunde, die die Autoren im Rahmen einer Studie zu Einstellungen gegenüber Muslimen und dem Islam erhoben haben (Frindte/Dietrich 2017), um über die Möglichkeit einer kosmopolitischen Utopie zu spekulieren und nach den Akteuren der Zukunft und den künftigen Gestaltern eines friedlichen und menschenfreundlichen europäischen Kontinents zu fahnden. Im Ergebnis ihrer Suche kommen die Autoren zu dem Schluss: Es gibt noch immer gebildete und politisch informierte Menschen, die eine positive Sicht auf ethnische Minderheiten, Flüchtlinge im Allgemeinen und Muslime im...

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Dialog und Transfer zwischen Praxis, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in der Schriftenreihe leben von Ihrer Beteiligung!

Weitere Publikationen

Publikation vom

Rechtsradikale Landnahme

Analyse des AfD-Wahlerfolgs zur Landtagswahl 2019 in den Thüringer Gemeinden

 

Publikation vom

Es gibt nur einen Rand – und der ist rechts

Eine Analyse von Matthias Quent im digitalen Magazin Republik

Erst Sachsen und Brandenburg, jetzt Thüringen. Seit Sonntag ist die AfD in drei ostdeutschen Bundes­ländern zweitstärkste Kraft. Eine Zäsur, nicht nur für die Politik im Osten. Was nun?

„Gott segne Euch“ – so lautete der Verwendungszweck der Spende des Neonazis Stephan E., mutmaßlicher Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke, im Jahr 2016 für den Wahlkampf der AfD Thüringen.1 Mit seiner Sympathie für den besonders radikalen Landesverband ist Ernst in der extremen Rechten keineswegs allein. Immer wieder zeigten Kader der Thüringer Neonazi-Szene, wie Thorsten Heise oder Tommy Frenck, in der Vergangenheit in Interviews und Facebook-Posts unverhohlen ihre Sympathien für die AfD. Die AfD hat geschafft, was keiner anderen rechtsradikalen Partei

in der Geschichte der...

Im Vorfeld der Thüringer Landtagswahl am 27. Oktober 2019 hat das IDZ durch das Befragungsinstitut YouGov eine repräsentative Befragung im Internet (Websurvey) durchführen lassen. Befragt wurden dabei 503 wahlberechtigte Thüringer*innen zu ihrer Wahlabsicht und Präferenz einer Regierungskoalition, zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Problemen, zu Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenhalts in unserem Land und zum

bürgerlichen Engagement. Der Websurvey fand zwischen dem 2. und 12. September 2019 statt – also unmittelbar im Anschluss an die Landtagswahlen in Sachsen und...

In Thüringen engagiert sich jede*r Dritte ehrenamtlich – diese vielfältigen Beiträge für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind unbezahlbar. Zugleich steht demokratisches und gemeinwesenorientiertes Engagement vor verschiedenen Zukunftsfragen. Was hält eine immer vielfältigere Gesellschaft zusammen? Welche Rolle spielt dabei das Engagement für die Gemeinschaft? Vor welche Herausforderungen sehen sich Ehrenamtliche und die Zivilgesellschaft in Thüringen gestellt? Wie können Menschen unterstützt werden, die sich für andere stark machen? Und was sind womöglich neu entstehende Probleme und...

„Demografischer Wandel“, „Alterung der Gesellschaft“, „Rückbau öffentlicher Daseinsvorsorge“, „Strukturschwache ländliche Regionen“, „Sparpolitik“ – diese Schlagworte sind immer wieder Gegenstand politischer, medialer und öffentlicher Debatten. Wenn plötzlich der öffentliche Nahverkehr das eigene Dorf nicht mehr anfährt, es an Kita-Plätzen fehlt, die Schule oder das Freibad schließen soll, werden die Auswirkungen dieser Phänomene auch im persönlichen, alltäglichen Leben spürbar.

Ein TLZ-Gastbeitrag von Matthias Quent

Weil die bürgerlichen Gesellschaft in Ostdeutschland historisch bedingt lange zu passiv war, stellen sich vor allem Linke und Staatskritiker den Rechten in den Weg. Trotzdem hat Ostdeutschland beim Kampf gegen Rechtsradikalismus große Fortschritte erzielt.

Publikation vom

IDZ-Insights 02/2019

Newsletter des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft

Welche Erfahrungen haben Bürger*innen mit Hate Speech und wie sind ihre Einstellungen zu Hassrede im Internet? Um das zu erfassen, wurde im Auftrag von Campact e.V., durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut YouGov und ausgewertet vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) im April und Mai 2019 die bisher größte deutsche repräsentative Online-Befragung mit 7.349 Teilnehmenden im Alter zwischen 18 und 95 Jahren realisiert.

Thüringen nimmt erst seit Inkrafttreten des "Gesetzes zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher" im November 2015 regelmäßig unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf. Im Freistaat musste innerhalb kürzester Zeit die dafür notwendige Infrastruktur aufgebaut werden, um Kinderrechte zu wahren und den vorgeschriebenen gesetzlichen Schutz von umF zu gewährleisten. Die UN-Kinderrechtskonvention, die in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag feiert, garantiert allen Kindern die gleichen Rechte, dazu gehören das Recht auf Bildung, das Recht gesund...