"positive stimmen 2.0"

Was wird untersucht?

Die Untersuchung „positive stimmen“ der Deutschen Aidshilfe im Jahr 2012 zeigte auf, welche Diskriminierungserfahrungen Menschen mit HIV im Gesundheitswesen, im Arbeitsleben, aber auch in privaten und gesellschaftlichen Bereichen machen und wie sie damit umgehen. Mithilfe des international standardisierten Fragebogens, dem PLHIV-Stigma-Index, wurden über 1.000 Menschen mit HIV in einem partizipativen Forschungsprojekt interviewt. Die Ergebnisse von 2012 finden Sie hier: www.positive-stimmen.de

Im aktuellen Kooperationsprojekt der Deutschen Aidshilfe und des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft „positive stimmen 2.0“ soll nun an die Ergebnisse von 2012 angeknüpft werden.

 

Wie wird untersucht?

Das Projekt ist als partizipatives Forschungsprojekt konzipiert, welches Menschen mit HIV als „Expert*innen in eigener Sache“ und das durch ihre Erfahrungen gesammelte Wissen als zentral für die Abschaffung von Diskriminierung versteht.

In einem mixed-methods-Ansatz aus quantitativer und qualitativer Erhebung werden Menschen mit HIV/Aids nach ihren Diskriminierungserfahrungen und -erlebnissen sowie ihrem Umgang damit befragt. Dies findet zum einen durch die wiederholte Erhebung des PLHIV-Stigma-Index mittels Peer-to-Peer-Interviews statt, d. h. Menschen mit HIV befragen andere Menschen mit HIV. In einem weiteren Schritt werden konkrete Forschungsfragen vertiefend untersucht: Welche individuellen und sozialen Auswirkungen hat HIV-bezogene Diskriminierung? Wie interagieren andere Diskriminierungskontexte (z. B. Rassismus, Sexismus, Homofeindlichkeit etc.) mit HIV-bezogener Diskriminierung? Diese und andere Forschungsfragen werden durch einen Onlinefragebogen sowie qualitative Interviews und Fokusgruppen untersucht.


Mit welchen Zielen?

Das Forschungsvorhaben ermöglicht sowohl eine aktuelle Bestandsaufnahme zu HIV-bezogener Diskriminierung in Deutschland sowie darüber hinausgehend einen genaueren Einblick in wahrgenommene Ursachen und Auswirkungen. Dies können Auswirkungen im privaten Bereich sein, aber auch mögliche Veränderung der Einstellungen gegenüber institutionellen Strukturen oder Veränderungen im Verhalten. Ziel der Studie ist das Bereitstellen empirisch fundierter und insbesondere community-basierter Handlungsempfehlungen für die Antidiskriminierungsarbeit. Durch den partizipativen Forschungsansatz des Projekts wird das Empowerment der Community unterstützt, um Menschen mit HIV selbst, Selbstorganisationsstrukturen und die erweiterten Netzwerke der Antidiskriminierungsarbeit zu stärken.

 

Das Forschungsprojekt im Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft

Das Forschungsvorhaben „positive stimmen 2.0“ ist im Fachbereich Diskriminierung des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft angesiedelt. In diesem Rahmen werden Ursachen und Auswirkungen von HIV-bezogener Diskriminierung als gruppenbezogen menschenfeindliche Einstellungen und Handlungen untersucht. Wieso stoßen Menschen mit HIV auch 2019 auf Vorurteile, Abwertung und Ablehnung in unserer Gesellschaft? Dass diese Einstellungen und Diskriminierungstendenz auch von Rechtspopulist*innen und Neuen Rechten vertreten werden, zeigen unlängst diskriminierende Äußerungen eines AfD-Landtagsabgeordneten in Sachsen-Anhalt anlässlich des Welt-Aids-Tages 2018. Die Arbeit der Aidshilfen wird diskreditiert und angegriffen, eine Diagnose bzw. Krankheit funktionalisiert und für ein homogenes Gesellschaftsbild instrumentalisiert.  Dies zeigt, wie wichtig eine verknüpfende Untersuchung und Bekämpfung von antidemokratischen und -pluralen sowie gruppenbezogen menschenfeindlichen Einstellungen auch in Bezug auf die Ablehnung von sexueller Vielfalt und Selbstbestimmung ist.

 

 

In Kooperation mit


 

 

Wissenschaftliche Leitung

Dr. Janine Dieckmann

Stellvertretende Direktorin
Wissenschaftliche Referentin

Kontakt:
Tel.: 03641/2719401
Mail: janine.dieckmann@idz-jena.de

 

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Marie-Theres Piening

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Arbeitsschwerpunkte:

Projekt "positive stimmen 2.0"

Kontakt:

Tel.: 03641/ 27 19 401

E-Mail: marie-theres.piening@idz-jena.de

Franziska Hartung

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Arbeitsschwerpunkte:

Projekt "positive stimmen 2.0"

Kontakt:

Tel.: 03641/ 27 19 401

E-Mail: franziska.hartung@idz-jena.de