Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung: Podiumsdiskussion zum Themenschwerpunkt "Sozialarbeitsforschung". Zur Weiterentwicklung der Disziplin Soziale Arbeit durch Einbezug von Perspektiven der Rechtsextremismusforschung

Zur Prävention von extrem rechten Entwicklungen und Mobilisierungen wurde und wird in der Öffentlichkeit – neben der Repression durch Polizei und Verfassungsschutz – oftmals die Soziale Arbeit als DER entscheidende Faktor angesehen. Doch dieser Zugang muss kritisch beleuchtet werden. So steht die Pädagogisierung der Rechtsextremismusprävention spätestens seit der Aufdeckung der Anfänge des NSU in einem Jenaer Jugendzentrum in der Kritik, rechtes Gedankengut und Gewalt zu entpolitisieren. Zudem muss die Präsenz und Akzeptanz extrem rechter Personen in der Sozialen Arbeit thematisiert werden. Gleichzeitig sind Sozialarbeiter*innen und ihre Tätigkeiten immer wieder selbst Angriffen von rechten Akteur*innen ausgesetzt.

Zu diesem Spannungsfeld und den daraus folgenden Konsequenzen für die Weiterentwicklung der Disziplin Soziale Arbeit diskutieren am 13.02.2023 um 18 Uhr

  • Prof. Dr. Marion Mayer, Professorin für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Beratung an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin
  • Lucia Bruns, promoviert zur Entstehungsgeschichte des NSU-Komplexes im Kontext der Jugendarbeit und unter Einbezug genderreflektierender sowie rassismuskritischer Perspektiven
  • Prof. Dr. Gesa Köbberling, Dozentin für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Gestaltung des
    Zusammenlebens in der Migrationsgesellschaft an der Evangelischen Hochschule Freiburg
  • Moderation: Esther Lehnert (Herausgeberin der ZRex)

Alle drei sind Autor*innen von Beiträgen des im Oktober 2022 erschienenen Hefts 4 der Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung. Die Zeitschrift erscheint im Open Access. Alle Beiträge der aktuellen Ausgabe zum Themenschwerpunkt Sozialarbeitsforschung sind hier einsehbar: https://www.budrich-journals.de/index.php/zrex/issue/view/3112.

Die Veranstaltung findet online statt und wird live auf YouTube gestreamt. Für die Teilnahme ist keine Anmeldung notwendig.

Die ZRex wird als Transferprojekt im Rahmen des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gefördert und ist am FGZ-Standort Jena, dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, angesiedelt.