Linker Antisemitismus nach 10/7 – Kontinuitäten und aktuelle Entwicklungen


Die Gräuel des Terrorangriffs der Hamas, weiterer palästinensischer Terrorgruppen sowie der Hisbollah am 7. Oktober 2023 zogen bereits nach kürzester Zeit eine Vielzahl antisemitischer Reaktionen nach sich. So auch in Deutschland und innerhalb linker Bewegungen. Diese reichen von klassischem über Post-Shoah-Antisemitismus bis hin zum besonders verbreiteten israelbezogenen Antisemitismus. Dabei zeigt sich dieser Antisemitismus in diversen Teilen der sehr heterogenen Bewegungen und zieht destruktive Folgen für linke Strukturen nach sich. Der Beitrag beleuchtet die Kontinuitäten des linken Antisemitismus, geht auf die ideologische und aktivistische Historie linker Bewegungen ein und betrachtet die Entwicklungen seit dem 7. Oktober 2023. Der Text plädiert für eine universalistische und emanzipatorische Kritik, die kulturrelativistische Muster und antisemitische Tendenzen ablehnt.


 

Empfohlene Zitierung:

Winkler, Constantin (2025). Linker Antisemitismus nach 10/7 – Kontinuitäten und aktuelle Entwicklungen. In: Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (Hg.). Wissen schafft Demokratie. Schwerpunkt Uncivil Society – „Schattenseiten“ der Zivilgesellschaft, Band 17. Jena, 108–121.

Schlagwörter:

Antisemitismus, Linke, Israel, Shoah, Terrorismus

 

Linker Antisemitismus – ein Phänomen mit Geschichte

Obwohl beim Thema Antisemitismus häufig zunächst an rechte und gelegentlich auch an islamistische Bewegungen gedacht wird, findet sich Antisemitismus seit jeher auch in linken Bewegungen. Überraschen mag dies zunächst aufgrund der betont progressiven und häufig auch emanzipatorischen Haltung linker Akteur*innen sowie ihrem Antagonismus zur politischen Rechten, die nicht selten ihren Antisemitismus auch gegen linke Strömungen richtet.

Dennoch: Antisemitismus in der Linken hat Kontinuität. Er nimmt bereits im Denken der Frühsozialist*innen eine zentrale Rolle ein. So sprach sich Pierre-Joseph Proudhon für eine Ausrottung der Jüdinnen*Juden aus, da er sie als „Feind[e] der Menschheit“ (nach Graur 2013, 164) betrachtete. Der Anarchist Michail Bakunin sprach von Jüdinnen*Juden als parasitäre Blutegel (vgl. Bakunin 1975, 209) und griff Karl Marx wiederholt antisemitisch an. Marx bediente sich allerdings auch selbst gelegentlich antisemitischer Vergleiche (vgl. Marx 1976). Diese antisemitischen Positionen wurden der bereits lange zuvor kursierenden Vorstellung von Jüdinnen*Juden „als Verkörperung sozialen Schmarotzertums“ (Silberner 1962, 286) entlehnt, welche ihrer Identifikation mit Betätigungen außerhalb von Produktionsprozessen entsprang. Nicht selten wurde sich dabei einer Rassifizierung bedient, die negative Eigenschaften in Jüdinnen*Juden naturalisierte.

Später nutzten verschiedene KPD-Akteur*innen daher antisemitische Äußerungen, um völkische Wähler*innengruppen zu agitieren oder einer verkürzten Kritik der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft Ausdruck zu verleihen (vgl. Kistenmacher 2007). Jüdinnen*Juden galten den Linken im Allgemeinen nicht als Verbündete, sondern wurden vielmehr zu Antagonist*innen der Arbeiter*innen stilisiert. Dieser klassische Antisemitismus gipfelte schließlich in der mangelnden linken Solidarität mit Jüdinnen*Juden, als diese zu Opfern nationalsozialistischer Pogrome wurden.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg eintretende, aber kurze Phase der Antisemitismuskritik der Linken bezog sich vor allem auf den Antisemitismus der Nazis, dessen Verständnis allerdings nicht so weit reichte, aus eben diesem weitreichende Konsequenzen zu ziehen. Denn den Kern des Nationalsozialismus erkannte die Nachkriegslinke im Nationalismus und gelangte so auch zu einer Ablehnung der „modernen, liberalen Institutionen des Nationalstaates“ (Salzborn 2019, 187). Israel wurde mit dem Sechstagekrieg 1967 zum Feindbild der deutschen Linken. Dem Staat, der als jüdischer Schutzraum im Schatten der Vernichtung entstand und der von seinen arabischen Nachbarstaaten ausgelöscht werden sollte, wurden vielfach Nazivergleiche gemacht. Damit vollzog die Linke eine Täter*innen-Opfer-Umkehr. Israel gilt der Linken in weiten Teilen seither als imperialistischer Kolonialstaat.

Im manichäischen Weltbild des Antiimperialismus werden komplexe Zusammenhänge der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft verkürzt, indem die Welt in vermeintlich unterdrückte und zugleich progressive sowie mächtige und zugleich unterdrückende Kräfte eingeteilt wird. Erstgenannte dienen dabei als Projektionsfläche eigener revolutionärer Ideale. Auf der anderen Seite kommt es häufig zu Personifizierungen, beispielsweise indem die Mächtigen mit Jüdinnen*Juden gleichgesetzt werden. Proudhons eingangs erwähnte Darstellung von Jüdinnen*Juden als „Feinde der Menschheit“ findet also auch hier noch Anklang und mündet letztlich in einem scheinbar legitimen Kampf.

Wie in vielen Ländern gipfelte diese Ideologie auch in Deutschland in antisemitischem Terror von links. Die in Jordanien von der Fatah im Waffengebrauch ausgebildete Gruppe Tupamaros West-Berlin versuchte am 09. November 1969, dem Jahrestag der Novemberpogrome von 1938, einen Brandbombenanschlag im jüdischen Gemeindehaus in Berlin-Charlottenburg zu verüben und dabei etwa 250 Jüdinnen*Juden zu töten (vgl. Haury 2019, 16). Dieser Anschlag war der erste große Versuch deutscher Linker nach der Shoah, tödliche Gewalt gegen Jüdinnen*Juden auszuüben – auch wenn die Bombe glücklicherweise nicht explodierte. Deutsche Linke führten auch Aktionen gemeinsam mit palästinensischen Terrororganisationen durch. Ende Juni 1976 entführten Terrorist*innen der Revolutionären Zellen gemeinsam mit Mitgliedern der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) eine Air France Maschine auf dem Weg von Tel Aviv über Athen nach Paris (vgl. Ebbrecht-Hartmann 2020, 217). Dabei selektierten sie (vermeintlich) jüdische Geiseln von nicht-jüdischen (ebd. 217ff). Schon im Vorjahr war ein Anschlag auf ein El Al-Flugzeug in Paris verhindert worden, an dem palästinensische und deutsche Linke beteiligt waren (ebd. 229).

Der heutige Antisemitismus der Linken richtet sich noch immer vornehmlich gegen Israel, so z. B. in Form der transnationalen antisemitischen Boykott-Kampagne Boycott, Divestment and Sanctions (BDS), die Israel wirtschaftlich, akademisch und kulturell schädigen soll, um seine Auflösung herbeizuführen (vgl. Lauer 2024, 45). Die Kampagne weist deutliche Parallelen zur nationalsozialistischen Forderung „Kauft nicht bei Juden“ (Salzborn 2019, 8) auf. Sie betrifft in erster Linie Jüdinnen*Juden (vgl. Hirsh 2016) und wird zudem vorrangig von einer ganzen Reihe palästinensischer Terrororganisationen koordiniert, etwa der Hamas, dem Islamischen Dschihad in Palästina und der PFLP (vgl. Internationales Institut für Bildung, Sozial- und Antisemitismusforschung 2020, 13). BDS ist heute fester Bestandteil antiimperialistischer, antirassistischer und feministischer Teile der Linken (vgl. Tikhomirova 2024, 102f).

10/7 – eine Zäsur

Am 7. Oktober 2023 griffen palästinensische Terrorgruppen mit Unterstützung der Hisbollah Israel an. Es war der größte Massenmord an Jüdinnen*Juden seit der Shoah. Die antisemitischen Massaker lösten innerhalb kürzester Zeit massive antisemitische Reaktionen aus (vgl. Winkler 10.11.2023). Noch während die Hamas immer neue Propaganda-Videos veröffentlichte, kam es auch in linken Kreisen zu Befürwortungen der dokumentierten Taten.

Palästinanahe linke Gruppen feierten auf deutschen Straßen die Terrorkommandos für ihren vermeintlich revolutionären Kampf gegen die angebliche Apartheid und forderten die Auslöschung Israels. Auch antiimperialistische Gruppen feierten die Pogrome und schreckten dabei nicht vor Schulterschlüssen mit islamistischen Zusammenhängen zurück (vgl. Laurin 19.10.2023). Linke Zeitungen titelten von palästinensischen Rückschlägen und implizierten legitime Kämpfe gegen Zionist*innen (z. B. Brauns 07.10.2023). Gewerkschafter*innen organisierten anti-israelische Veranstaltungen und stellten sich öffentlich gegen den israelischen Staat (vgl. Erkisi 2024, 90ff.). Aktivist*innen der Klimabewegung unterstellten Siedler*innenkolonialismus und Landraub als Grundpfeiler Israels, rechtfertigten den Terror mit angeblichen ethnischen Säuberungen durch Israel und erklärten den Westen zu einem Hort des Imperialismus (vgl. Omeirate 2024, 142 f.). Antirassistische Zusammenhänge, wie regionale Black Lives Matter-Gruppen, posteten Solidaritätsbotschaften mit Palästinaflaggen und Paraglidern auf Social-Media-Plattformen (vgl. Malkai 2024, 47) oder erfreuten sich an dem angeblichen Akt der Dekolonisierung (vgl. Verdel 2024, 151).

Auch aus queer-feministischen Kreisen kam es umgehend zu Teilnahmen an antisemitischen Demonstrationen. Bei diesen Anlässen fand auch die Parole „Jin, Jiyan, Azadî (dt. ‚Frauen, Leben, Freiheit‘)“ (Assad 2024, 222) Verwendung. Dieser Slogan wurde zuvor im Rahmen feministischer Proteste gegen das iranische Regime genutzt. Unabhängig davon fand er nach 10/7 Verwendung, um Solidarität mit den Aktionen vom Iran finanzierter Terrorgruppen gegen Israel auszudrücken, im Zuge derer es zu massiver sexualisierter Gewalt als Waffe des Terrors kam.
Diesen Erscheinungen überschwänglicher Freude über den Terror stand ein dröhnendes Schweigen gegenüber: Wo die Taten nicht direkt als legitim verteidigt, gänzlich geleugnet oder israelische Verschwörungen unterstellt wurden, machte sich vor allem Anteilnahmslosigkeit breit. Bekannte #MeToo-Aktivistinnen schwiegen zu den Massenvergewaltigungen und entzogen den israelischen Frauen ihre Solidarität und Empathie (vgl. Szimpla 2024, 246ff.).

Auch ein „Großteil der akademischen Linken“ reagierte auf die Gräueltaten des 7. Oktobers „mit deren öffentlicher Billigung oder aber mit privat eingeräumter Ambivalenz bei öffentlicher Stille“ (Bassi 2024, 60). Bereits am Tag der terroristischen Übergriffe verfassten und unterzeichneten tausende Universitätsangehörige öffentliche Stellungnahmen (vgl. Stögner 2024, 3), darunter viele namhafte Professor*innen. In den offenen Briefen deuteten sie den antisemitischen Terror vielfach zu Widerstandshandlungen um und unterstellten Israel die Planung eines Genozids. Unter diesen Schreiben fanden sich auch solche, die direkt zur Unterstützung antisemitischer Kampagnen wie BDS aufriefen (z. B. A group of philosophy professors in North America, Latin America, and Europe 2023).

Die Schaffung unsicherer Räume

Wie die beschriebenen Ereignisse zeigen, beschränkt sich der Antisemitismus in der Linken – insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 – nicht auf Positionierungen, sondern zieht auch Handlungen nach sich. Diese richten sich nicht selten gegen andere linke Akteur*innen.

Das beginnt bereits mit der Instrumentalisierung politischer Anlässe. Auch vor 10/7 wurden Proteste, die andere Themensetzungen erwarten ließen, genutzt, um Antisemitismus zu platzieren. So demonstrierte am 9. November 2022, dem Jahrestag der Novemberpogrome 1938, die Gruppe Rote Blüte Palästina in Berlin-Neukölln, ohne Antisemitismus überhaupt zu thematisieren. Stattdessen richteten sie sich gegen die vermeintlich „‚koloniale Besatzung Palästinas‘ und den ‚deutschen Imperialismus‘“ (Tikhomirova 2024, 100). Auch wurden Gedenkveranstaltungen zum rassistischen Terroranschlag von Hanau wiederholt genutzt, um Intifada-Sprechchöre anzustimmen (Tikhomirova 2024, 104). Damit nutzten die Demonstrant*innen das antirassistische Gedenken, um zum wahllosen Mord an Jüdinnen*Juden aufzurufen. Auch queere Veranstaltungen fokussierten sich immer wieder auf Israelhass und die Verklärung antisemitischen Terrors zu einem queer-feministischen Befreiungskampf – ungeachtet der Realität von Frauen, Homosexuellen und Transpersonen in den palästinensischen Gebieten (vgl. Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus 2023). Nicht nur werden dabei bedeutende Anlässe instrumentalisiert und dadurch geringgeschätzt. Auch schaffen die unvergleichliche Dämonisierung Israels und die Aufrufe zur Gewalt gegen Jüdinnen*Juden einen De-facto-Ausschluss von Jüdinnen*Juden und allen, die sich mit ihnen solidarisieren.

Nach 10/7 haben sich diese antisemitischen Instrumentalisierungen verschärft. So wurde der traditionelle lesbische Berliner Dyke March 2024 direkt als Demonstration „gegen Islamophobie, Siedlerkolonialismus, Genozid und Apartheid“ (nach Stieneker 01.08.2024) und unter Verwendung pro-palästinensischer Symbole beworben. Entsprechend bestimmten Palästinaflaggen, Kufiyas und Plakate mit „Flintifada“-Schriftzügen – eine Wortschöpfung aus FLINTA und Intifada – das Bild der Demonstration (vgl. Stieneker 18.07.2024). Die Anliegen lesbischer Frauen schienen hingegen nicht mehr im Mittelpunkt des Protests zu stehen.

Während antisemitische Instrumentalisierungen immer Ausschluss bedeuten, werden sie seit 10/7 zunehmend bedrohlich. So kam es beim Dyke March auch zu direkten Anfeindungen mit Faschismus-Vergleichen gegen Personen, die sichtbar jüdische Symbole trugen. Bereits auf einer Party im Vorfeld wurden fünf Frauen für das Zeigen eines Davidssterns als „Zionistenschweine“ (nach Stieneker 01.08.2024) beschimpft und von den Veranstalterinnen als Störerinnen identifiziert. Die Attacken eskalierten so sehr, dass die Veranstaltung beendet werden musste.

Der linke Antisemitismus macht auch vor Gewalt nicht Halt – bspw. gegen Orte, die wichtige Infrastruktur für linke Bewegungen und Räume für politische Veranstaltungen stellen, darunter Bars (vgl. Stieneker 07.11.2024), Clubs (vgl. Volkmann 14.11.2024) und Hausprojekte (vgl. Haarbach 03.06.2024). Diese Orte werden dabei meist als „antideutsch“ oder „zionistisch“ attackiert. Mit den eigentlichen Konzepten haben diese Begriffsverwendungen nur wenig gemein. Denn die Historie, theoretischen Grundlagen und Debatten oder politische Gegenwartspositionen und -praxis der sogenannten antideutschen Bewegung, die im Zuge der Vereinigung von DDR und BRD insbesondere eine Kritik am deutschen Nationalismus, Antisemitismus und regressiver Kapitalismuskritik entwickelte und so maßgeblich auch zu innerlinker Kritik, antisemitismuskritischen Debatten und Entwicklung der heutigen Landschaft der politischen Linken beitrug, findet dabei keine Beachtung. Gleiches gilt für den Zionismus, der als Reaktion auf Antisemitismus die Schaffung und den Erhalt eines jüdischen Staates als Schutzraum und Ort der Möglichkeit zur Emanzipation für Jüdinnen*Juden weltweit anstrebt. Auch die ausgeprägte Heterogenität dieser Bewegungen spielt dabei keine Rolle. Die Begriffe gelten den Aggressor*innen schlicht als Synonyme für „rechts“ oder „faschistisch“ und somit als diskreditierende Bezeichnungen für nicht-israelfeindliche Akteur*innen – und letztlich zur Feindmarkierung und Erklärung scheinbarer legitimer Ziele für politische sowie gewaltvolle Aktionen.

Neben einer allgemeinen Agitation gegen so identifizierte Orte kommt es auch zu Boykotten, die, ebenso wie interne Zerwürfnisse nach 10/7, das weitere Bestehen der Projekte gefährden. Große Kampagnen wie BDS werden dabei einbezogen, um Referent*innen und Künstler*innen davon abzuhalten, diese Orte zu bespielen und sie somit nachhaltig zu schädigen. Daneben finden auch Angriffe auf die Objekte statt, beispielsweise mit Farbe, Buttersäure oder durch das Zerstören von Fenstern, Türen und Schlössern. Fassaden werden dabei immer wieder mit antisemitischen Slogans und Symbolen versehen. Ein besonders markantes Beispiel für letztgenannte sind die roten Dreiecke der Hamas. Diese werden von der Terrororganisation verwendet, um Feind*innen in Propagandamaterial zu markieren. Die Verwendung durch linke Antisemit*innen muss daher ebenfalls als Feindmarkierung und Aufruf zur Gewalt gegen markierte Ziele verstanden werden. Tatsächlich kam es nach Markierungen bereits zu Angriffen gegen linke Orte. Diese reichten von Handgreiflichkeiten über Pflastersteinwürfe bis hin zu Brandanschlägen, während sich noch Personen in den Räumen befanden (vgl. Gerards und Haarbach 30.10.2024). Somit entsteht eine konkrete Gefahr für Leib und Leben der Betroffenen.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich die Feindmarkierungen auch unmittelbar gegen Personengruppen oder Individuen richten. So werden immer wieder politische Gegner*innen abfotografiert, während ein rotes Dreieck vor die Kameralinse gehalten wird (vgl. Ansmann 18.02.2024). Durch den Winkel der Aufnahmen wirkt es so, als würde das Dreieck, wie in den Propagandavideos der Hamas, über den Köpfen der so Markierten schweben. Anschließend werden diese Fotos online verbreitet. Dass diese Markierungen auch in Verbindung mit körperlicher Gewalt stehen, zeigen Angriffe auf Personen. So erlitt der jüdische Berliner Student Lahav Shapira durch Schläge eines Kommilitonen Knochenbrüche im Gesicht. Auch Shapira wurde in einem Chat mit roten Dreiecken markiert (vgl. Beck 08.02.2024). Quelle dieser Dreiecke war ein Mitglied des trotzkistischen Netzwerks Marx21 der Partei Die Linke und Sprecher der antiisraelischen Gruppe Palästina Spricht. Dieser hatte den ins Krankenhaus geprügelten Studenten zuvor online verhöhnt.

Ohnehin haben sich akademische Milieus nicht nur, wie bereits beschrieben, mit öffentlichen Stellungnahmen hervorgetan. Auch sie haben zunehmend unsichere Orte geschaffen. Vielerorts kam es zu Besetzungen universitärer Einrichtungen. Am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin wurden im Zuge dessen die Taten des 7. Oktobers 2023 zu Akten der Dekolonisierung umgedeutet und es wurde zur Intifada aufgerufen (vgl. kfr/dpa 29.05.2024). Außerdem wurden die Wände mit antisemitischen Schriftzügen versehen und die Büros einzelner Angestellter mit roten Dreiecken versehen. Hochschullehrende haben derartige antisemitische Proteste an Universitäten immer wieder verteidigt (vgl. z. B. Lehrende der Berliner Hochschulen 2024). Dabei werden nicht nur die politischen Hintergründe der Akteur*innen ignoriert, es werden auch Bedingungen gefestigt, die den Ausschluss jüdischer Studierender und Lehrender bedeuten.

Destruktive Engführungen

Der Antisemitismus linker Bewegungen nach 10/7 lässt sich nicht nur auf tradierten Antisemitismus zurückführen, der sie seit jeher begleitet. Er wird verständlicher, wenn die theoretischen und ideologischen Grundlagen betrachtet werden, die oft über klassischen Antiimperialismus hinausgehen. Der Antisemitismus linker Bewegungen ist untrennbar mit akademischen Entwicklungen verbunden.

Denn, wie Samuel Salzborn (2019, 98) herausstellt, hat sich „insbesondere in der postkolonialen und der queeren Bewegung“ der Antiimperialismus mit post-modernen Ideologien verknüpft. Dialektisches Verständnis weicht dabei der vollständigen Ablehnung der Moderne sowie der Aufklärung und des Universalismus (Salzborn 2019, 99 f.). Evidenzen weichen (imaginierten) gesellschaftlichen Sprechorten, die darüber entscheiden, ob antisemitische Handlungen überhaupt als antisemitisch zu bewerten sind (Salzborn 2019, 108). Hinzu kommt, dass Vertreter*innen der vergleichenden Genozidforschung und Anhänger*innen postkolonialer Theorien die Singularität der Shoah längst infrage stellen (vgl. Diner 2020, 37). Damit verweigern sie sich der Unterscheidung der Durchführungsformen von Taten. Das lässt das Begreifen der Shoah faktisch unmöglich werden.

Insbesondere akademische linke Ikonen sorgen mit antiisraelischem Aktivismus für eine Verfestigung antisemitischer Positionen innerhalb linker Szenen. Die bekannte feministische Bürgerrechtlerin Angela Davis lehnt „Universalismus und Individualismus als westlich-eurozentrische Ideen“ (Stögner 2023, 5) ab. Stattdessen betont sie die Bedeutung partikularer Minoritätsinteressen sowie die Intersektionalität von Kämpfen (vgl. Davis 2016, 19). Jüdische Interessen werden dabei jedoch ausgeblendet – „insbesondere, wenn diese sich an Israel heften“ (Stögner 2023, 6 f.). Davis identifiziert Jüdinnen*Juden mit weißen Unterdrücker*innen und ist prominente „Unterstützerin von Queer-BDS“ (Stögner 2023, 5). Den um sich greifenden Antisemitismus sieht sie in Israel begründet, da dieses Palästina besetzt halte. Eine unter Linken durchaus geläufige Täter*innen-Opfer-Umkehr, die letztlich eine Übertragung der „Judenfrage“ auf Israel darstellt, da die Beendigung des Antisemitismus hier an den Staat im Nahen Osten geknüpft wird (vgl. Fine und Spencer 2017, 111).

Queer-feministische Wissenschaftler*innen wie Sarah Schulman (22.11.2011, 37 f.) oder Jasbir Puar (2013, 336 f.) werfen Israel seit Jahren Homonationalismus und Pinkwashing vor. Israel instrumentalisiere verwirklichte LGBTIQ+-Rechte propagandistisch, um eine Unterdrückung der Palästinenser*innen zu verschleiern. Die queer-feministische Ikone Judith Butler bezeichnete die Kritik an solchen Standpunkten wiederholt als rassistisch (vgl. Butler und Hark 03.08.2017). Solche Rassismusvorwürfe sind, ebenso wie die bereits erwähnten Bezeichnungen als antideutsch oder zionistisch, ein gängiges Mittel, um Kritik an antisemitischen Positionen zu delegitimieren. 2006 bezeichnete Butler Hamas und Hisbollah als progressive Bewegungen der globalen Linken (vgl. Salzborn 2019, 109). Israel gilt ihr als rassistischer „Siedlerkolonialismus“ (Butler 2013, 37 f.). All diese zentralen Charaktere der akademischen Linken sind BDS-Anhängerinnen und zum Teil selbst in antizionistischen Zusammenhängen organisiert.

Die Verharmlosung oder gar Leugnung des vor allem israelbezogenen Antisemitismus und seine Historisierung oder Reduktion auf rechte Gewalt wird auch von einigen deutschsprachigen Vertreter*innen der Antisemitismusforschung mitgetragen (vgl. Rensmann und Stögner 16.06.2024). Besonders Anhänger*innen der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA) (Anziska et al. 2020) tragen durch ihre Ablehnung der längst weitläufig anerkannten International Holocaust Remembrance Alliance (2016) Arbeitsdefinition von Antisemitismus dazu bei, dass Antisemitismus häufig nicht (an-)erkannt wird. Die JDA dient insbesondere als politisches Instrument, ist analytisch jedoch weitestgehend unbrauchbar (vgl. Rensmann 2023, 415 f.). Ihre Anhänger*innen berufen sich vor allem zur Verteidigung antisemitischer Kampagnen wie BDS auf sie. Mit ihren antiisraelischen Positionen tragen namhafte Theoretiker*innen massiv zur Legitimation des Antisemitismus in der Linken bei.

Fazit

Die Geschichte linker Bewegungen ist auch eine Geschichte des Antisemitismus. Dieser ist – insbesondere in seiner israelbezogenen Form – in keiner der hier beschriebenen Strömungen neu. Seit den Angriffen auf Israel am 7. Oktober 2023 erreicht er jedoch eine neue Höchststufe. 10/7 stellt nicht nur eine Zäsur für Israel und Jüdinnen*Juden weltweit dar. International hat der antisemitische Hass auf Israel seitdem bereits zu Morden an Jüdinnen*Juden geführt – wie im Falle des Doppelmordes an den israelischen Botschaftsmitarbeiter*innen Sarah Milgrim und Yaron Lischinsky im Mai 2025 durch einen linken Schützen in Washington, D. C. (American Jewish Committee 2025). Der Antisemitismus der Tat wurde in der Folge immer wieder geleugnet oder mit Verweisen darauf relativiert, dass es sich bei den Ermordeten um Israelis handele. Diese gelten also als legitime Ziele. Antisemitismus wird dabei, wenn er überhaupt anerkannt wird, als Folge eines israelischen Handelns gefasst. Dabei handelt es sich um Post-Shoah-Antisemitismus, der, infolge einer Schuldabwehr, die Verantwortung für grassierenden Antisemitismus – der hier Morde als Folge hatte – bei Jüdinnen*Juden sucht.

Auch in der deutschen Linken hat sich eine antisemitische Radikalisierung der Bewegung vollzogen. Die antisemitismuskritischen Debatten, die in der Linken über mehr als drei Jahrzehnte geführt wurden, erscheinen dadurch für große Bewegungsteile fast als nichtig – mit konkreten Folgen. Mit steigendem Abstand zu den Ereignissen nehmen die antisemitischen Entgleisungen auch innerhalb linker Kreise weiter zu. Antisemitismus tritt immer entgrenzter und unverhohlener zutage – so sehr wie nie seit der Shoah. Gemeinsame Arbeit wird dadurch faktisch unmöglich. Viele linke Räume werden stattdessen zunehmend zu unsicheren Orten für Jüdinnen*Juden, Israelis und alle, die sich nicht mit ihnen entsolidarisieren wollen.

In der manichäischen Identitätspolitik linker Antisemit*innen wird das Handeln palästinensischer Terrorist*innen als legitimer Freiheitskampf gegen die vermeintlich weißen Kolonisator*innen Israels glorifiziert. Gestützt wird diese De-Realisation, die eine Solidarisierung mit Islamist*innen sowie Frauen-, Homo- und Transfeind*innen zulässt, aus einem akademischen Feld, das dem Universalismus längst den Rücken gekehrt hat. Linke Zusammenhänge entledigen sich so eines Legitimationsproblems, das antisemitische Standpunkte insbesondere dann haben, wenn sie von rechts artikuliert werden. So entsteht der „ehrbare Antisemitismus“ (Améry 25.07.1969). Letztlich aber ist jeder Form des Antisemitismus die Überzeugung inhärent, dass die Welt besser wäre, wenn die beseitigt würden, gegen die er sich richtet. Linker Antisemitismus ist Ausdruck autoritärer Tendenzen und lässt seine Anhänger*innen zu konformistischen Rebell*innen werden. Teile der Linken wirken somit aktiv an der Salonfähigkeit des gegenwärtigen Antisemitismus mit.

 


Constantin Winkler ist Sozialwissenschaftler und forscht zu Antisemitismus und Radikalisierung in Communitys digitaler Spiele. Er ist Doktorand bei Karin Stögner an der Universität Passau und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt RadiGaMe am Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF). Seine Schwerpunkte sind Antisemitismusforschung, Kultursoziologie und Kritische Theorie.


 

Literaturverzeichnis

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