Thüringen:2029

Projekthintergrund

Seit 2025 untersucht das Projekt die Entwicklung der politischen Kultur in den drei Thüringer Landkreisen Saale-Holzland-Kreis, Sonneberg und Saalfeld-Rudolstadt. Ziel ist es, Demokratiegefährdungen und Resilienzfaktoren in der politischen Kultur Thüringens im Hinblick auf das Wahljahr 2029 zu analysieren.

Das Projekt blickt dazu auf die langfristigen Entwicklungen der politischen Kultur und des zivilgesellschaftlichen Engagements in Thüringen. Dabei werden insbesondere räumliche Unterschiede, aber auch landesweite Gemeinsamkeiten herausgearbeitet, um ein differenzierteres Bild zu erhalten.

Im Zentrum des Projektes stehen mehrere Forschungsfragen:

  • Wie verändern die Ergebnisse der drei Thüringer Wahlen 2024 und der Bundestagswahl 2025 mittel- und langfristig die politische Kultur Thüringens?

  • Wie geht die lokale Zivilgesellschaft mit der veränderten politischen Kultur um? Welche Ansätze sind erfolgreich und welche nicht?

  • Welche Auswirkungen hat die Veränderung der politischen Kultur auf Menschen und Teilgruppen in Thüringen, die von Abwertung und Diskriminierung betroffen sind?

  • Welche Ansätze und Modelle werden durch Landes- und Kommunalpolitik angewendet, um die steigende Demokratieunzufriedenheit zu senken? Welche Wirkung zeigen diese?

  • Was sind die individuellen und lokalen Ursachen für das Erstarken rechtsextremer Einstellungen und rechtsextremen Wahlverhaltens?

 

Methodisches Vorgehen

Zur Beantwortung der Forschungsfragen wird eine qualitative Längsschnittuntersuchung in den drei Landkreisen durchgeführt: Jährlich werden an zwei Messzeitpunkten in den jeweiligen Landkreisen aktive Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und gesellschaftlich marginalisierter Gruppen, Akteur*innen aus Beratungsstellen sowie Lokalpolitiker*innen mittels qualitativer Interviews befragt.

Diese Befragungen werden durch eine Inhaltsanalyse ergänzt: Hierfür werden in den Landkreisen betreffende öffentlich zugängige Quellen (u. a. Kreistagsprotokolle, Medienberichte, Social-Media-Auftritte, Daten des Thüringen-Monitors bzw. der Topografie des Rechtsextremismus) in Bezug auf die Forschungsfragen hin untersucht. Zusätzlich fließen auch landesweite Quellen in die Analyse ein. Auch Analysen des IDZ (Wahlanalysen, Situations- und Ressourcenanalysen) werden hierbei berücksichtigt.

 

Projektlaufzeit

Das Projekt ist – vorbehaltlich der Weiterfinanzierung durch das Thüringer Landesprogramm denk bunt – bis Ende 2029 angesetzt. Der Projektzeitraum erstreckt sich damit über die aktuelle Legislaturperiode des Landes- und der Kommunalparlamente.

Förderung

 

 

 

Projektbeteiligte

Cornelius Helmert

Wissenschaftlicher Referent

 

 

 

Dr. Axel Salheiser

Wissenschaftlicher Leiter des IDZ
Bereichtsleiter Rechtsextremismusforschung und demokratische Kultur in Thüringen

 

 

 

Kontakt

Cornelius Helmert

E-Mail: Cornelius.Helmert(at)idz-jena.de

 

Publikationen

Rechtsextreme Landnahme oder demokratisches Zusammenrücken?

Short Report #1

Download

Die Landtags-, Kommunal- und Bundestagswahlen des Jahres 2024 haben die politische Landschaft Thüringens nachhaltig verändert. Im Short Report #1 wird eine erste Zwischenbilanz gezogen: Wie wirken sich die gestärkten AfD-Fraktionen auf die lokale politische Kultur aus? Führt die rechtsextreme Landnahme zu einer Normalisierung antidemokratischer Positionen – oder formiert sich ein demokratisches Zusammenrücken als Gegenbewegung? 

Der Short Report analysiert die Veränderung der politischen Kultur Thüringens zwei Jahre nach dem „langen Superwahljahr 2024“ mit Fokus auf die Kommunalpolitik. Anfang November 2026 erscheint Short Report #2 „Delegitimationsversuche und fragile Rahmenbedingungen“. Darin wird die Situation der demokratischen Zivilgesellschaft Thüringens vertieft beleuchtet.

Pressemitteilung zum Short Report #1