IDZ-Insights

Mit unserem Newsletter „INSIGHTS“, der zweimal im Jahr erscheint und auch in gedruckter Form erhältlich ist, informieren wir u.a. über Neuigkeiten, Entwicklungen und Erkenntnisse aus den vielfältigen Projekten des IDZ, darüber hinaus werden Veranstaltungsrückblicke und -ankündigungen gegeben sowie aktuelle Publikationen vorgestellt.

Der Newsletter „INSIGHTS“ wird hier auf der Homepage des IDZ veröffentlicht, Druckexemplare können bei Bedarf unter bestellung@idz-jena.de werden.

Aktuelle Ausgabe #2|2025

Liebe Leser*innen,

Zivilgesellschaft gilt oftmals als das Rückgrat der Demokratie. Sie steht für freiwilliges Engagement, Mitgestaltung und Solidarität. In der aktuellen Ausgabe unserer Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie“ (WsD) mit dem Schwerpunkt „Uncivil Society – ‚Schattenseiten‘ der Zivilgesellschaft“ schauen wir genauer hin: Nicht jede Initiative, die sich zivilgesellschaftlich nennt, setzt sich für Menschenrechte oder demokratische Teilhabe ein. Ein wichtiger Punkt ist das Selbstverständnis mancher Initiativen als „unpolitisch“. Wer Engagement nur als Nachbarschaftshilfe, Vereinsarbeit oder Ehrenamt versteht, hält sich oft bewusst aus gesellschaftlichen Auseinandersetzungen heraus. Diese vermeintliche Neutralität kann jedoch Raum schaffen für antidemokratische Haltungen, die sich unbemerkt ausbreiten können. Demoskopische Studien zeigen, dass Vorurteile, autoritäre Einstellungen und antidemokratische Positionen in der sogenannten Mitte der Gesellschaft verankert sind. Sie entfalten gerade dort Wirkung, wo unbequeme Themen wie Antisemitismus oder geschlechtliche Vielfalt lieber vermieden als offen diskutiert werden.

Diese Grauzonen nutzt die extreme Rechte strategisch. Die AfD etwa sucht Anschluss in Nachbarschaften, Elternvertretungen und Bürgerinitiativen. Sie greift vorhandene Unsicherheiten auf und übersetzt sie in rechtspopulistische und extrem rechte Botschaften. Dass dieses Vorgehen erfolgreich ist, lässt sich kaum übersehen. Die AfD ist in nahezu allen Landesparlamenten vertreten und insbesondere in Ostdeutschland vielfach stärkste Kraft. Im Mai 2025 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Auch wenn sich daraus bislang keine unmittelbaren parteirechtlichen Konsequenzen ergeben haben, ist die politische Einordnung eindeutig: Die AfD steht nicht am Rand, sondern außerhalb des demokratischen Spektrums. Sie arbeitet daran, ihre Positionen tief in der Gesellschaft zu verankern.

Was bedeutet das für alle, die sich für eine offene, solidarische Gesellschaft einsetzen? Wie lässt sich Haltung bewahren, wenn demokratische Grundwerte infrage gestellt werden? Wie begegnen wir Radikalisierung, Desinformation und gezielten Angriffen auf zivilgesellschaftliches Engagement? Und wie gelingt es, handlungsfähig zu bleiben, ohne sich zu erschöpfen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich unsere Fachtagung am 4. September 2025 in Jena. Unter dem Titel Kompetenzen der Widerständigkeit kommen Engagierte, Forschende und Praktiker*innen zusammen. Es geht um Erfahrungen aus Bildung, Zivilgesellschaft, Aktivismus und Verwaltung. Es geht um digitale Polarisierung, den Umgang mit Anfeindungen, um neue Formen der politischen Bildung und darum, wie demokratisches Engagement auch unter schwierigen Bedingungen wirksam bleibt. Und der 17. Band unserer Schriftenreihe WsD widmet sich den Angriffen, Bedrohungen, widersprüchlichen Entwicklungen und strukturellen Herausforderungen, mit denen Akteur*innen der Zivilgesellschaft konfrontiert sind. Zugleich richtet sich der Fokus auf Gegenstrategien und Best-Practice-Beispiele.

Wir freuen uns auf anregende Diskussionen, ehrliche Auseinandersetzungen und praktische Impulse. Und wir hoffen, viele von Ihnen im September in Jena zu treffen. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre der 17. Ausgabe unserer WsD – und unseres Newsletters.

Anne Tahirovic

→ Zur aktuellen Ausgabe 2|2025

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Archiv: IDZ-Insights

IDZ-Insights #1|2025

Wir blicken in der ersten Ausgabe 2025 u.a. auf die AfD, Elon Musks digitalen Trumpismus und die Bundestagswahl 2025. Prominent vorgestellt wird auch das zehnköpfige Projektteam um Projektleiter Maik Fielitz. Seit 1. Januar 2025 ist das IDZ Teil des bundesweiten „Netzwerks Gegen Hass im Netz und Desinformation“ und das Team am Jenaer Standort untersucht in den kommenden acht Jahren datenbasiert neue Trends und Dynamiken in der Verbreitung von digitalen Einflusskampagnen und deren gesellschaftlicher Wirkung. Neben Beiträgen in internationalen Fachzeitschriften soll die von Mitgliedern des Projektteams herausgegebene Open-Access-Fachzeitschrift „Machine Against the Rage“ ein wichtiger Debattenort und das zentrale Publikationsformat des Projekts sein.

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IDZ-Insights #2|2024

Mit großer Anspannung haben auch wir am Abend des 1. September 2024 auf die Fernsehschirme, Computermonitore oder Handydisplays geschaut und auf die Hochrechnungen und Stimmenergebnisse der Thüringer Landtagswahl gewartet. Sie waren nicht überraschend, dennoch waren sie für viele von uns ein Schock. In der September-Ausgabe #2|2024 unseres Newsletters schauen wir u. a. auf das Thüringer „Superwahljahr 2024“ und präsentieren erste Erkenntnisse der Analysen des IDZ. Mit unseren Forschungsprojekten und Transferangeboten stehen wir demokratischen Akteur*innen zur Verfügung, um gemeinsam neue Lösungsansätze für die Praxis zu finden. Wir sind nicht „neutral“ – wir stehen fest an der Seite aller Demokrat*innen! In diesem Sinne ist das IDZ ein Ort der öffentlichen Sozialwissenschaft und der wertgebundenen Politik- und Zivilgesellschaftsberatung.

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IDZ-Insights #1|2024

Im Newsletter #1|2024 blicken wir u.a. auf die Fachtagung „Zwischen Gefährdung & Emanzipation. Demokratie unter Druck“ zurück: Im Rahmen der Fachtagung haben wir am 30.11. und 01.12.2023 antidemokratische
und prodemokratische Herausforderungen für unser Gemeinwesen und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt gegenübergestellt und diskutiert. Zur thematischen Konturierung und inhaltlichen Fokussierung wechselten sich innerhalb der Fachtagung Plenumsveranstaltungen mit parallelen Panels ab, die im Newsletter näher beleuchtet werden.

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IDZ-Insights #2|2023

Susanne Zielinski, Leiterin der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus, legt in Newsletter #2|2023 in Kurzform den aktuellen RIAS-Jahresbericht vor und zeigt besorgniserregende Schwerpunktbildungen in Thüringen auf. So wurden 87 % der Gesamtvorfälle dem Post-Shoah-Antisemitismus und 85 % dem modernen Antisemitismus zugeordnet. Post-Shoah-Antisemitismus steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr (2021: 75 %) um 14 %. Beim modernen Antisemitismus zeigt sich sogar eine markante Steigerung um 45% (2021: 40 %). Thüringen sticht mit den sehr hohen Anteilen dieser Erscheinungsformen im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich hervor.

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IDZ-Insights #1|2023

Im Newsletter #1|2023 präsentieren wir u.a. einen Rückblick auf die Fachtagung „Antifeminismus und Hasskriminalität“ vom 10. und 11. November 2022. Dem Ziel des Austauschs und Transfers zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Sphären entsprechend vereinte die Konferenz als Referent*innen und Teilnehmende zivilgesellschaftliche Akteur*innen, Vertreter*innen von Behörden und aus dem Justizbereich sowie Wissenschaftler*innen. Mit eindrucksvollen Referent*innen und einem aktiven Publikum wurden Überschneidungen und Schnittmengen von Antifeminismus und Hasskriminalität sowohl aus wissenschaftlich-theoretischen als auch aus praxisbezogenen Perspektiven analysiert und diskutiert.

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IDZ-Insights #2|2022

Newsletter #2|2022 widmet sich u.a. den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine: Axel Salheiser stellt eine Kurzanalyse des IDZ vor, in der die Verknüpfung der Themen Ukraine-Krieg und Klimapolitik in den sozialen Medien untersucht wurde. Neben einer starken Polarisierung des Diskurses konnte festgestellt werden, dass im zeitlichen Verlauf rechtspopulistische Akteur*innen die Debatte um diese Themenverknüpfung immer stärker dominierten.

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IDZ-Insights #1|2022

Im Newsletter #1|2022 lassen wir die FGZ-Fachtagung „Gesellschaftlicher Zusammenhalt & Rassismus“ vom 9. bis 10. Dezember 2021 Revue passieren. In welchem Verhältnis stehen gesellschaftlicher Zusammenhalt und Rassismus? Welchen Einfluss haben historische Kontinuitäten von Rassismus auf aktuelle gesellschaftliche Diskurse und Entwicklungen? Welche Erfahrungen machen aktuell Menschen, die in Deutschland von Rassismus betroffen sind? Und: Wie lassen sich Rassismuskritik und Antirassismusarbeit politisch und zivilgesellschaftlich umsetzen? All diesen Fragen zu Rassismus, Zusammenhalt und ihrer ambivalenten Verwobenheit gingen die Beiträge und Diskussionen der Tagung nach.

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IDZ-Insights #2|2021

2021 feierte das IDZ sein fünfjähriges Bestehen. Anlässe zur Gründung waren die rechtsextreme Mordserie des NSU-Komplex und das Scheitern staatlicher und nicht staatlicher Stellen, die rassistischen und rechtsextremen Mordmotive zu erkennen und weitere Morde zu verhindern, sowie die daraus gezogenen Schlussfolgerungen des NSU-Untersuchungsausschusses im Thüringer Landtag. Im Newsletter #2|2021 blicken wir auf die bisherige Entwicklung des IDZ zurück und geben Einblick in aktuelle und künftige Forschungsschwerpunkte.

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IDZ-Insights #1|2021

Ein Schwerpunkt von Newsletter #1|2021 ist die Einrichtung der Recherche und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Thüringen am IDZ. RIAS Thüringen dokumentiert Antisemitismus in Thüringen wissenschaftlich und sensibilisiert auf Grundlage dieser Erkenntnisse die Öffentlichkeit für Antisemitismus – um Antisemitismus und Ignoranz aktiv entgegenzutreten.

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IDZ-Insights #2|2020

Der Newsletter #2|2020 erschien wenige Monate nach Ausbruch der Coronapandemie. Die Pandemie wirkte sich schwerwiegend auf alle gesellschaftlichen Bereiche aus – auch auf die Arbeit des IDZ. Die Bedingungen erschwerten alltägliche Abläufe und Forschungsprozesse. Janine Dieckmann, Bereichsleiterin für den IDZ-Forschungs- und Arbeitsbereich „Diversität, Engagement und Diskriminierung“, zeigt in ihrem Kurzessay, wie der Virus auch „gesellschaftliche Vorerkrankungen“ sichtbar machte: etwa soziale Ungleichheit, die höhere Vulnerabilität marginalisierter Gruppen und die mangelnde Anerkennung der Alltagsheld*innen in den systemrelevanten Berufen.

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IDZ-Insights #1|2020

Der Newsletter #1|2020 beschäftigt sich u.a. mit der Bedeutung von zivilgesellschaftlichem Engagement für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Darum ging es einen Tag lang im Collegium Maius in Erfurt: Im Rahmen der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) veranstaltete das IDZ am 16. September 2019 einen Fachtag zum Thema „Engagement und Zusammenhalt“ in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung, dem BBE, der Thüringer Ehrenamtsstiftung, der Landeshauptstadt Erfurt und dem MDR Thüringen.

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IDZ-Insights #2|2019

Im Newsletter #2|2019 widmet sich Anja Thiele, damals als wissenschaftliche Referentin am IDZ tätig, der Aktualität des israelbezogenen Antisemitismus. Zudem berichten wir vom Aufbau des bundesweiten „Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (FGZ) zusammen mit zehn anderen Teilinstituten, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

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IDZ-Insights #1|2019

Im Newsletter #1|2019 blicken wir u.a. auf die internationale Fachkonferenz „Gewalt gegen Minderheiten – Perspektiven und Strategien zum Umgang mit Hasskriminalität“ zurück, die in Kooperation mit dem VBRG e. V. stattfand. Mit dieser Konferenz konnte das IDZ einen wichtigen Beitrag leisten, um die Debatten über das Konzept der „Hasskriminalität“ in Deutschland und die dafür notwendigen Perspektivübernahmen zwischen Betroffenenvertretungen, Wissenschaft, Politik, Polizei und Zivilgesellschaft zu ermöglichen.

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IDZ-Insights #1|2018

Unser erster Newsletter: erschienen im Juli 2018. Matthias Quent, Gründungsdirektor des IDZ, geht darin in einem Essay u.a. der Frage nach, wie alteingesessene Gemeinschaften mit Menschen umgehen, die neu dazukommen sind, und zeigt, bezugnehmend auf die Debatte um die Zunahme antisemitischer Straf- und Gewalttaten, dass Antisemitismus schon seit Jahren und auch in Thüringen ein gesamtgesellschaftliches Problem ist.

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