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Die Entwicklung der extremen Rechten ist von Widersprüchen geprägt: Während sie in Deutschland den ländlichen Raum als Ort ursprünglicher Widerstandskraft gegen Modernisierung inszeniert, nutzt sie zugleich digitale und transnationale Kommunikationsräume strategisch. Für die Rechtsextremismusforschung bedeutet dies, diese Phänomene in ihren Zusammenhängen zu untersuchen, ohne sie in einem einzigen Erklärungsmodell aufzulösen. Die Beiträge des aktuellen Heftes greifen diese Herausforderung aus unterschiedlichen theoretischen und methodischen Perspektiven auf.

Die Situations- und Ressourcenanalyse für den Ilm-Kreis macht deutlich, dass sich rechtsextreme Strukturen im Landkreis in den letzten fünf Jahren weiterhin verfestigen und bis weit in die Gesellschaft hinein normalisieren konnten. Gleichzeitig sind zivilgesellschaftliche Organisationen als Orte für demokratisches Engagement durch finanzielle Kürzungen, geringe gesellschaftliche Anerkennung und Angriffe und Diffamierungen bedroht. Insgesamt ist im Ilm-Kreis eine neue rechtsextreme Alltagskultur zu beobachten. Hierbei spielen auch neuere rechtsextreme Phänomene eine Rolle.

Die Beiträge beleuchten Geschlecht als zentrale Strukturkategorie demokratischer Ordnung: Sie reichen von theoretischen Perspektiven auf eine „Politik der Liebe“ über feministische Stadtplanung und die Transformation von Familien- und Geschlechterbildern bis hin zu Fragen politischer Teilhabe, struktureller Ungleichheit und geschlechtsspezifischer Gewalt. Ein weiterer Fokus liegt auf antifeministischen Mobilisierungen – von islamistischen Diskursen über rechtsextreme Strategien bis hin zu lokalen Protesten und digitalen Hasskampagnen.

Mit insgesamt 418 gemeldeten Vorfällen ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr (2024: 392) erneut gestiegen. Damit wurde seit Bestehen der Meldestelle ein neuer Höchststand erreicht. Mit 244 Vorfällen (58,4 %) war israelbezogener Antisemitismus auch 2025 die am häufigsten dokumentierte Erscheinungsform. Ein Schwerpunktkapitel des Jahresberichts widmet sich daher dem israelbezogenen Antisemitismus und dem antiisraelischen Aktivismus in Jena. Ein weiteres Kapitel beleuchtet den rechtsextremen Antisemitismus in Thüringen.

Im Rahmen des Projekts wurden gemeinsam mit Expert*innen innovative Testing-Konzepte entwickelt, erprobt und wissenschaftlich umgesetzt, um Diskriminierung im digitalen Handel und Dienstleistungssektor sichtbar zu machen. Die Ergebnisse aus zwei Teilstudien zeigen: Ältere Menschen werden bei Online-Kfz-Versicherungen finanziell benachteiligt, während nicht-binäre Menschen im Onlinehandel durch verpflichtende Geschlechtsabfragen und geschlechtsbezogene Kommunikation strukturell diskriminiert werden.

Trotz deutlichem Vorsprung für Amtsinhaber Marko Wolfram (SPD) ist sein Sieg in der Stichwahl am 21. Juni 2026 gegen den AfD-Kandidaten Thomas Benninghaus keineswegs sicher: Das Mobilisierungspotenzial der AfD bleibt hoch. Entscheidend wird unter anderem sein, wie sich die Stimmen des ausgeschiedenen parteilosen Kandidaten Prof. Dr. Wolfgang Wehr verteilen und ob demokratische Mobilisierung gelingt.

Das FGZ-Projektteam „ÖTAK“ untersuchte klimaschutzablehnende und desinformative Narrative in der Schlussphase des Bundestagswahlkampfs 2025. Die Analyse zeigt, wie Parteien und Politiker*innen solche Narrative verbreiteten und damit den späteren klimapolitischen Kurswechsel bereits im Wahlkampf vorbereiteten.

Untersucht werden in Beiträgen von Maximilian Pichl, Anna Fend, Matthias Quent & Christian Stein, Michael Krell & Paul Nguyễn, Aljoscha Jegodtka & Sebastian Bornemann, Brit Engelke & Bernd Belina sowie Martin Hauff werden u. a. Social-Media-Radikalisierung, Rechtsstaatsverständnisse der Neuen Rechten, Gedenken an Todesopfer rechter Gewalt und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik. Die ZRex erscheint im Open Access und als Printausgabe im Verlag Barbara Budrich, alle Heft sind im Open Access abrufbar.

Gaming ist ein strategisch wichtiges Feld für antidemokratische Akteur*innen. Das Factsheet zeigt, warum digitale Spielräume politisch relevant sind, welche Strategien dort eingesetzt werden und wie Prävention wirksam ansetzen kann.

Wie setzen sich Polizei und Sozialverwaltungen mit Rassismus auseinander? Das Jenaer Teilprojekt „Innerbehördliche Auseinandersetzung mit Rassismus“ im bundesweiten Forschungsverbund „Institutionen und Rassismus“ kommt zu einem zentralen Befund: Rassismus wird in Behörden häufig als individuelles Fehlverhalten Einzelner verstanden – nicht als strukturelle und institutionelle Herausforderung. Die Studienergebnisse sind in Abschnitt 3.5.1 des Abschlussberichtes der InRa-Studie nachzulesen.

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