Das IDZ führte seit Beginn seiner Arbeit 2016 zahlreiche Forschungsprojekte in Thüringen sowie deutschlandweit mehrere Situations- und Ressourcenanalysen in Kommunen im Bereich des Rechtsextremismus, extrem rechter Strukturen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit durch. Dadurch kann das Projektteam in der Durchführung der Situations- und Ressourcenanalysen auf eine große Expertise und Vorerfahrungen der Mitarbeitenden im IDZ zurückgreifen. Die Situations- und Ressourcenanalysen verstehen sich als anwendungsbezogene Beiträge zu einer problemzentrierten und kritischen Sozialraumforschung, wie sie in Hinblick auf Rechtsextremismus und Demokratiegefährdungsphänomene in lokalen Kontexten von Quent (2015) systematisiert und bereits von Quent/Schulz (2015) umgesetzt wurden.
Engagierte gewinnen – Diskussionsräume schaffen – Zivilgesellschaft schützen
Die demokratische Kultur steht im Landkreis Sömmerda aufgrund einer ausgeprägten Polarisierung, rechtsextremer Landnahme und zunehmender Bedrohungen gegenüber zivilgesellschaftlich Engagierten stark unter Druck. Gleichzeitig gibt es eine engagierte, jedoch häufig personell überlastete demokratische Zivilgesellschaft, die zentrale Funktionen für die demokratische Kultur des Landkreises übernimmt.
Zur Stärkung dieser Strukturen empfiehlt die Analyse den gezielten Ausbau von Engagement, insbesondere durch die Gewinnung neuer Akteur*innen, die professionelle Sichtbarmachung bestehender Initiativen sowie eine verbindliche Anerkennung durch Kommunalpolitik und Verwaltung.
Auch langfristig angelegte Diskussions- und Begegnungsräume, die lebensweltlich orientiert sind und Polarisierung abbauen, werden benötigt. Zentral ist auch der Schutz demokratisch Engagierter durch ein kommunales Schutzkonzept sowie ein umfassendes Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus, das Prävention, Monitoring, Austauschformate und die Einbindung aller demokratischen Akteur*innen systematisch verknüpft. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf gesellschaftlich marginalisierten Gruppen sowie Jugendlichen, für die sichtbare Anlaufstellen, Schutzräume und gestärkte Partizipationsmöglichkeiten geschaffen bzw. erweitert werden müssen.
Die Analyse betont, dass all diese Maßnahmen nur durch ausreichende Ressourcen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft wirksam umgesetzt werden können.
Die Situationsanalyse der demokratischen Kultur und ihrer Gefährdungen des Landkreises Sömmerda zeigt die Vielschichtigkeit der Herausforderungen, mit denen der Landkreis in Bezug auf Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt konfrontiert ist: Besonders hervorzuheben sind die zunehmenden rechtsextremen Tendenzen, wie sie durch Wahlergebnisse der AfD und die von Engagierten beschriebene Bedrohungslage sichtbar werden. Die Ursachen dieser Entwicklungen liegen jedoch nicht nur in den jüngsten politischen Ereignissen, sondern auch in tiefergehenden gesellschaftlichen Problemen und langfristigen Veränderungen in der demokratischen Kultur.
Pressemitteilung vom 5. Februar 2025 zur Veröffentlichung der Situationsanalyse für den Landkreis Sömmerda.
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Eine breite Zivilgesellschaft unter Druck
Die Situations- und Ressourcenanalyse zeigt: Erfurt steht vor erheblichen Herausforderungen. Rechtsextreme Landnahme, Polarisierung und Angriffe auf Engagierte bedrohen die Demokratie und das gesellschaftliche Miteinander.
Gleichzeitig zeigt sich eine starke und vielfältige Zivilgesellschaft, die diesen Tendenzen entschlossen entgegentritt – und dabei selbst zunehmend unter Druck gerät. Engagierte Initiativen, Beratungsstellen und Stadtteilarbeit halten demokratische Kultur im Alltag lebendig, stoßen jedoch an Grenzen: durch Bedrohungen, knappe Ressourcen und mangelnde gesellschaftliche Anerkennung.
Die Studie gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik und Verwaltung. Sie reichen von der Stärkung demokratischer Strukturen bis hin zu Schutzkonzepten für Engagierte.
Pressemitteilung der Landeshauptstadt Erfurt vom 21. Oktober 2025 zur Veröffentlichung der Situations- und Ressourcenanalyse für Erfurt
"Demokratie in Erfurt unter Druck – aber auch gestärkt durch zivilgesellschaftliches Engagement"
Demokratie unter Druck im Kyffhäuserkreis
Die aktuelle Situations- und Ressourcenanalyse für den Kyffhäuserkreis zeigt alarmierende Entwicklungen: Rechtsextreme Strukturen sind gut vernetzt, während die Beteiligung junger Menschen an demokratischen Prozessen abnimmt. Die prodemokratische Zivilgesellschaft sieht sich mit weitverbreiteten antidemokratischen Einstellungen, zu geringer prodemokratischer Positionierung und mangelnder Vernetzung konfrontiert.
Die Studie macht deutlich: Es braucht entschlossene Maßnahmen, um die demokratische Kultur zu stärken – von der Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen bis hin zur Wiederbelebung der Jugendbeteiligung.
Pressemitteilung vom 25. Februar 2025 zur Veröffentlichung der Situations- und Ressourcenanalyse des Kyffhäuserkreises

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Weitverbreitete rechtsextreme Einstellungen und zu geringe prodemokratische Positionierungen
Die Situations- und Ressourcenanalyse zur demokratischen Kultur und ihrer Gefährdungen im Saale-Holzland-Kreis zeigt, dass es ein vielfältiges und produktives zivilgesellschaftliches Engagement im Landkreis gibt, die Engagementstrukturen sind jedoch zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert. In den Interviews wurden Bedrohungen, fehlender Rückhalt in der Bevölkerung, aber auch strukturelle Probleme benannt. Gerade kurzfristige und prekäre Förderbedingungen für hauptamtliche Strukturen erschweren auch ehrenamtliches Engagement. Wenn einerseits Orte für Vernetzungstreffen und andererseits hauptamtliches Personal für die fachlichen Verknüpfungen wegfallen, wird die Aktivierung und Aufrechterhaltung von zivilgesellschaftlichem Engagement noch schwieriger.
Die Analyse zeigt auch, dass der Landkreis verschiedenen antidemokratischen Entwicklungen ausgesetzt ist. Insbesondere die Verbreitung und Akzeptanz von rechtsextremen Einstellungen und zu geringe öffentliche prodemokratische Positionierung wurden in den Interviews als Hauptproblemlagen benannt.
Pressemitteilung vom 7. Februar 2025 zur Veröffentlichung der Situations- und Ressourcenanalyse des Saale-Holzland-Kreises 
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2024
Johanna Treidl | Marius Miehlke | Axel Salheiser
IDZ in Kooperation mit dem KomRex der FSU Jena
2021
Christoph Richter | Axel Salheiser
2019
Maik Fielitz | Lisa Müller | Johanna Saenz
2023
Johanna Treidl | Lisa Wagenschwanz | Lars Müller | Axel Salheiser
2021
Axel Salheiser
unter Mitarbeit von Jennifer Joyce Rieck
2022
Janine Dieckmann | Markus Knospe | Marie Kaiser
2022
Axel Salheiser | Matthias Quent
2016
Matthias Quent
unter Mitarbeit von Maria Dietrich