#Hass im Netz: Wahrnehmung, Betroffenheit und Folgen von Hate Speech im Internet aus Sicht der Thüringer Bevölkerung

Das aktuelle Sonderheft des IDZ legt einen besonderen Fokus auf das Bundesland Thüringen. Es beschreibt die Wahrnehmungen der Thüringer*innen bezüglich Hate Speech im Internet und deren Auswirkung und beantwortet die folgenden Fragen: Wie viele der befragten Thüringer*innen haben Hasskommentare im Netz bereits wahrgenommen? Wie viele wurden selbst Opfer von Hass und Hetze? Was sind die Folgen von Online-Hasskommentaren für direkt Betroffene und die demokratische Debattenkultur insgesamt? Welche politischen Forderungen stellen Thüringer*innen für den Umgang mit Hasssprache im Internet?

Über ein Drittel (36 %) der befragten Thüringer*innen hat Hate Speech im Internet bereits wahrge-nommen. Auch wenn insgesamt „nur“ 7 % der Befragten bereits persönlich von aggressiven und abwertenden Hasskommentaren im Netz betroffen sind, sind es bei jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren schon mehr als jede*r Fünfte (22 %). Aber nicht nur Jugendliche, sondern auch Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders häufig von solchen Anfeindungen im Netz betroffen (17 %). Einerseits haben Hasskommentare erhebliche Folgen für die direkt Betroffenen. Sie führen beispielsweise bei jeder vierten befragten Person zu Angst oder Unruhe (25 %) und bei jeder fünften zu Problemen mit dem Selbstbild (20 %). Andererseits ist erschreckend, dass mehr als die Hälfte der Befragten (53 %), auch wenn sie bisher nicht direkt betroffen waren, aufgrund (drohender) Hasskommentare seltener ihre politische Meinung in Diskussionen im Netz äußert. Es zeigt sich: Die vermeintliche Meinungsfreiheit Einzelner, ihren vorurteilsgeleiteten Hass im Netz zu verbreiten, führt zu einer massiven Einschränkung der Meinungsfreiheit vieler und damit zu einer enormen Einengung der Debattenkultur im Netz. Eine hasserfüllte Minderheit darf nicht die Diskurse bestimmen und ungestört Angst und Schrecken verbreiten. Hass im Netz darf keine Normalität werden.

Die Studie steht hier zum Download bereit.

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