Geschlechtergerechtigkeit steht im Zentrum demokratischer Auseinandersetzungen und zugleich im Fokus von Gegenbewegungen, die unter Begriffen wie Antifeminismus oder in Angriffen auf Gleichstellungspolitiken sichtbar werden. Antifeminismus, Heterosexismus und Anti-Gender-Narrative werden lauter und politisch einflussreicher, während Errungenschaften von Gleichstellung und queerer Sichtbarkeit als Bedrohung inszeniert werden. Der Band nimmt diese Spannungen zum Ausgangspunkt und fragt, warum Vielfalt so häufig Abwehr hervorruft und welche Potenziale eine Demokratie entfaltet, wenn sie Geschlechtergerechtigkeit als grundlegendes Prinzip begreift.
Die Beiträge beleuchten Geschlecht als zentrale Strukturkategorie demokratischer Ordnung: Sie reichen von theoretischen Perspektiven auf eine „Politik der Liebe“ über feministische Stadtplanung und die Transformation von Familien- und Geschlechterbildern bis hin zu Fragen politischer Teilhabe, struktureller Ungleichheit und geschlechtsspezifischer Gewalt. Ein weiterer Fokus liegt auf antifeministischen Mobilisierungen – von islamistischen Diskursen über rechtsextreme Strategien bis hin zu lokalen Protesten und digitalen Hasskampagnen.
Der Sammelband zeigt, wie eng Demokratie und Geschlechterverhältnisse miteinander verwoben sind, und macht deutlich: Eine Demokratie, die Geschlechtergerechtigkeit als Voraussetzung versteht, gewinnt.
ISSN (Online): 2512-9716
ISSN (Print): 2512-9732
Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ)
Dr. Axel Salheiser, Dr. Cynthia Möller, Anne Tahirovic & Susanne Haldrich
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