It’s Publication Day: Bd. 18 der IDZ-Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie“ (WsD) mit dem Schwerpunkt „Demokratiegefährdung online“

Das Internet ist längst nicht mehr der Ort für demokratische Utopien, zu dem es in seinen frühen Tagen erklärt wurde, sondern ein aktiver Beschleuniger von Desinformation, Polarisierung und Extremismus. In zwölf Beiträgen betrachtet die vorliegende Ausgabe der „Wissen schafft Demokratie“ (WsD) die vielschichtigen Facetten dieser Gefährdungslage.

Dabei geraten neben klassischen politischen Arenen auch vermeintlich unpolitische Sozialräume wie Gaming-Szenen und religiöse Sondergemeinschaften in den Blick, die bislang oft unter dem Radar von Präventionsakteur*innen blieben. Die Autor*innen aus Wissenschaft und Praxis analysieren, wie Online-Plattformen und deren Kommunikationsinfrastrukturen für demokratiegefährdende Mobilisierung instrumentalisiert werden, welche Rolle hybride Influencer*innen spielen und wie sich neue rechtsextreme  Jugendkulturen zwischen TikTok-Ästhetik und Straßenkrawall formieren. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz von (generativer) Künstlicher Intelligenz. Diese erzeugt weit über bloße Täuschung hinaus eine strategische Ambivalenz, welche das Vertrauen in die Wahrhaftigkeit von Informationen und Institutionen gleichermaßen erodieren lässt.

Jenseits von bloßem Alarmismus liefert der Band essenzielle Impulse, um dem digitalen Strukturwandel demokratisch, resilient und handlungsfähig zu begegnen.

 

Diese Ausgabe der WsD wird von den IDZ-Projekten toneshift und RadiGaMe verantwortet. Als bundesweiter Kooperationsverbund im Programm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend bündelt toneshift – Netzwerk gegen Hass im Netz und Desinformation wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Expertise. Das Teilprojekt am IDZ analysiert datenbasiert aktuelle Dynamiken von Hassrede und Desinformation sowie die Rolle von KI, um innovative, praxisnahe Ansätze für die demokratische Zivilgesellschaft im digitalen Raum zu entwickeln. Im Verbundprojekt Radikalisierung auf Gaming-Plattformen und Messenger-Diensten (RadiGaMe) widmet sich das Jenaer Teilprojekt der Erforschung von Handlungslogiken bei der digitalen Extremismusbekämpfung. Ziel ist es, die Perspektiven und Bedarfe verschiedener Sektoren zu analysieren und das Wissen von Sicherheitsbehörden, Zivilgesellschaft und der Gamesindustrie effektiv zusammenzuführen. Gefördert wird der Verbund vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.