Woher kommt die rechte Gewalt im Osten? Seit den 1990er-Jahren heißt es immer wieder: Das ist eine Folge verinnerlichter autoritärer DDR-Strukturen. Stefan Wellgraf hingegen rückt aufmüpfige DDR-Jugendliche in den Mittelpunkt, die wegen ihrer antiautoritären Neigungen in Konflikt mit dem Staat gerieten und sich aus Protest rechten Subkulturen zuwandten. Auf Basis mehrjähriger Feldforschungen und Archivrecherchen untersucht er, wie Ressentiments gegen staatliche Eliten in Ostdeutschland entstanden sind und sich nach der Wende verfestigten. Anhand der Biografien ehemaliger Skinheads und Hooligans erzählt er, wie der Boden für den Rechtspopulismus bereitet wurde. Ein scharfsinniges Buch, das gängige Erklärungsmuster zur ostdeutschen Rechten auf den Kopf stellt und völlig neue Perspektiven auf die Wurzeln unserer politischen Gegenwart eröffnet.
- Stefan Wellgraf
ist Kultur- und Sozialwissenschaftler. Er hat seit 2021 eine Heisenberg-Stelle am Institut für Europäische Ethnologie der HU zu Berlin inne und ist Leiter eines BMBF-Projekts zu Transformationen rechter Gewalt in Ostdeutschland am Institut für Sozialwissenschaften.
- Viktoria Kamuf
ist Soziologin und Moderatorin. Sie forscht und arbeitet zu rechter Gewalt, Raum und zivilgesellschaftlichem Engagement. In ihrer Promotion an der Hochschule München untersucht sie Erinnerungsprozesse an Todesopfer sozialdarwinistischer rechter Gewalt ab 1990.
Wann & Wo
8. Oktober 2026 | 19 Uhr
Ort wird noch bekanntgegeben.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen statt.

