Von der Liebe zu toten Juden

Moderiertes Gespräch mit den Übersetzer*innen des Buches "People Love Dead Jews" Joël Ben-Yehoshua und Ronja Bußmann

Warum erfährt jüdisches Leiden so viel Aufmerksamkeit, während jüdisches Leben in der Gegenwart häufig wenig Beachtung findet oder sogar als störend wahrgenommen wird? 

Dieser unbequemen Frage geht die US-amerikanische Autorin Dara Horn in ihrem Buch „Von der Liebe zu toten Juden“ (People Love Dead Jews) nach. Horn verbindet historische Beispiele und persönliche Erfahrungen mit einer scharfen Analyse unserer Erinnerungskultur und des Umgangs mit jüdischem Leben. Sie schreibt über den weltweiten Kult um Anne Frank, das jiddische Staatstheater der Sowjetunion, die jüdische Geschichte der chinesischen Stadt Harbin und den Lebensretter Hannah Arendts, Varian Fry. 

Mit klarem Blick verknüpft Horn Geschichten aus aller Welt mit Momenten aus ihrem eigenen Familienalltag: Wie erklärt man einem zehnjährigen jüdischen Kind Shakespeares Shylock? Warum empören Hakenkreuze auf Schultischen kaum jemanden? Und welche Kraft liegt in der jüdischen Tradition, im Gebet und im Lernen? 

  • Unsere Gäste: Joël Ben-Yehoshua und Ronja Bußmann (Übersetzer*innen des Buches)
  • Moderation: Timo Galki (Leiter von RIAS Thüringen)

Timo Galki spricht mit Joël Ben-Yehoshua und Ronja Bußmann über die zentralen Thesen des Buches und ihre Bedeutung für Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Erinnerungskultur und Antisemitismus, nach gesellschaftlichen Erwartungen an Jüdinnen und Juden und danach, wie jüdisches Leben heute selbstverständlich sichtbar und anerkannt sein kann. 

Wann & Wo

2. Dezember 2026 | 19 Uhr 
Buchhandlung Jena-Süd, c/o Taf - Treffpunkt am Fichteplatz, Fichteplatz 9


Eine Kooperation von RIAS Thüringen, dem Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Jena und dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft.