Zwischen Online-Hass und rassistischer Gewalt

Mit der Wahl des US-Präsidenten Donald Trump erlangte eine bislang weitgehend unbekannte Bewegung Prominenz: die Alternative-Right-Bewegung (Alt-Right). Die Alt-Right unterstützte Trump im Wahlkampf und einige Sympathisant_innen konnten schließlich auch hochrangige Posten in der Regierung einnehmen. Geboren als eine radikale Alternative zum US-amerikanischen Konservatismus, entwickelte sie sich erst in Online-Foren und bildete bald politische Thinktanks. Ihre rassistische Botschaft verbreitet sie hauptsächlich über eine zynische Bildsprache und provokative Äußerungen in den Medien. Sie nimmt Einfluss auf die demokratische Kultur und politische Debatten. Spätestens seit dem rechtsextremen Aufmarsch in Charlottesville (Virginia, USA) im August 2017 verdeutlicht sich allerdings, dass dieser online geschürte Hass schnell in Gewalt und politischen Mord umschlagen kann: So starb auf einer Gegenkundgebung die 32-jährige Heather Heyer, als ein rechtsextremer Aktivist mit seinem Auto gezielt in eine Menschenmenge fuhr. Zudem gab es bewaffnete Auseinandersetzungen mit Gegendemonstrant_innen und der Polizei. Mehrere Köpfe der Alt-Right feierten diesen Tag als großen Erfolg für die Bewegung.

Der Alt-Right liegt kein festes Ideologiefundament zugrunde. Im Zentrum stehen die Zurückweisung menschlicher Gleichwertigkeit und die Betonung weißer Identität, die es gegen den gesellschaftliche Vielfalt und die liberale Demokratie zu verteidigen gelte. Sie kann als eine radikale Form des politischen Backlash gegen die Errungenschaften der Bürgerrechts- und Frauenbewegung verstanden werden. Im Zentrum steht das Aufwiegeln von ethnischen und sozialen Konflikten, das den gesellschaftlichen Zusammenhalt unterminieren soll.


Unter dem gemeinsamen Dach der Alt-Right agiert eine Vielzahl von fragmentierten Gruppierungen. Generell lässt sich zwischen einem harten Kern der Alt-Right und der gemäßigteren Alt-Light unterscheiden. Erstere agieren offen mit dem Begriff von ‚Rasse‘ und weißen Überlegenheitsvorstellungen und distanzieren sich bestenfalls halbherzig von neonazistischen Milieus. Alt-Light-Repräsentant_innen argumentieren eher kulturalistisch und agitieren vor allem gegen den Islam. Auch finden sich vereinzelt rechte Homosexuelle und Feminist_innen unter ihnen, was die Heterogenität und Widersprüchlichkeit andeutet.


Die Alt-Right erlangte Aufmerksamkeit durch ein weitverbreitetes Netz von Medien, das sich als Alternative zu den Mainstream-Medien versteht und mit Halbwahrheiten, Fehlinformationen, Verschwörungsmythen und politischer Hetze agiert. Breitbart News stellt ein Verbindungsmedium in den politischen Mainstream dar. Der frühere Kopf von Breitbart, Steve Bannon, galt lange Zeit als Trumps Chefberater. Erfolge der Bemühungen, verschiedene Spektren der extremen Rechten über Online-Diskurse zu vereinen, zeigen sich schlussendlich in der koordinierten Aktion auf der Straße.

 

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Woran knüpft die Alt-Right an?